Medizin für Aktionäre

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Menschen heilen und dabei Geld verdienen? Pharmakonzerne tun auch Aktionären Gutes. Ob der Trend jedoch anhält? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Pharma-Aktien haben Anleger 2015 glücklich gemacht.

Doch geht die positive Entwicklung weiter? Die Menschheit wächst, Krankheiten bleiben eine Herausforderung.

Eli Lilly and Company will bei einen der drängendsten Probleme helfen – und daran verdienen.

Eli Lilly & Co., mit Sitz in Indianapolis, gehört zu den 10 größten Pharma-Unternehmen der Welt.

Der Konzern entwickelt, produziert und vermarktet Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, Schizophrenie, Diabetes, Krebs, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aber auch in der Tiergesundheit ist Eli Lilly aktiv.

Flop bei Herz-Medikament

Die von Novartis übernommene Tiermedizin sorgt für Rückenwind und gleicht den negativen Effekt der Dollar-Stärke aus.

Im 3. Quartal steigerte Eli Lilly den Umsatz um 1,7% auf 4,96 Mrd. $ und den Gewinn um 60% auf 800 Mio. $. Wachstums-Treiber waren die Tier-Medikamente, die um 33% auf 779 Mio. $ zulegten.

Das Pharma-Geschäft hat eher enttäuscht, sieht man von Cyramza gegen Magen- und Darmkrebs sowie Trulicity gegen Diabetes ab. Die beiden neuen Medikamente wurden sehr gut vom Markt aufgenommen.

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Etablierte Medikamente wie Humalog, Alimeta, Cymbalta und Zyprexa mussten dagegen zum Teil 2-stellige Umsatz-Einbrüche hinnehmen, u. a. weil der Patentschutz abgelaufen ist.

Im September haben Eli Lilly und Kooperations-Partner Boehringer Ingelheim mit Abasaglar ein Insulin-Biosimilar zum nicht mehr patentgeschützten Medikament Lantus von Sanofi auf den Markt gebracht.

Zudem forscht der Konzern an einem Antikörper, der Alzheimer zwar nicht heilen, aber das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnte.

Nicht alles perfekt

Es gab aber auch Rückschläge: Die Entwicklung eines neuen Herzmittels musste nach enttäuschenden Testergebnissen eingestellt werden.

Im 4. Quartal fällt deshalb eine Sonderbelastung von 90 Mio. $ an. Dennoch hat das Management die Jahresprognose zum 2. Mal angehoben.

In Aussicht gestellt werden jetzt ein Umsatz von 19,7 bis 20 Mrd. $ sowie ein Gewinn von 2,40 bis 2,45 $ pro Aktie. Für Forschung und Entwicklung will der Konzern 4,6 bis 4,8 Mrd. $ ausgeben.

Die Quartals-Zahlen lagen zwar über den Markt-Erwartungen. Angesichts der hohen Bewertung bleiben wir aber dennoch vorsichtig und warten eher ab.

Anleger sind besser vorsichtig

Die hohe Bewertung ist nicht das einzige Problem bei Eli Lilly: Auch auslaufende Patente und Rückschläge bei Forschungs-Projekten können die Zukunft selbst bei großen Pharma-Konzernen negativ beeinflussen.

Attraktiv bleibt die Dividende, die eine Rendite von 2,4% einbringt und für Anleger ein zusätzliches Argument sein dürfte. Eli Lilly bleibt eine gute Aktie, doch der Pharma-Markt wirkt überhitzt.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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