Medizintechnik bleibt ein Wachstumsmarkt

Medizintechnik ist unentbehrlich für Gesundheit und bessere Lebensqualität.

Schätzungen zufolge gibt es rund 400.000 verschiedene Produkte. Beispiele sind Geräte für Diagnostik, Chirurgie oder Intensivmedizin, Implantate, OP-Material sowie Hilfsmittel wie Hörgeräte oder künstliche Linsen.

Seit 2006 ist der deutsche Markt für Medizintechnik um 43% auf 23,2 Mrd € gewachsen. Allerdings haben sich die jährlichen Wachstumsraten seit 2010 von 9,4 auf 1,9% abgeschwächt. Der Weltmarkt für Medizintechnik hat ein Volumen von rund 240 Mrd €. Die Nummer 1 sind die USA mit einem Anteil von 40%.

Es folgen Japan mit 11% und Deutschland mit knapp 10%. Trotz der Verlangsamung wird Medizintechnik ein Wachstumsmarkt bleiben. Experten rechnen bis 2020 mit jährlichen Zuwächsen von 5%. In den Schwellenländern sind sogar Wachstumsraten von 10% möglich.

Der Margendruck nimmt zu

Allerdings sinken die Margen – nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Das liegt in erster Linie am zunehmenden Preisdruck, der von Krankenhäusern und Einkaufsgemeinschaften ausgeht, sowie an den geringeren Versorgungspauschalen im Hilfsmittelbereich.

Hinzu kommt: Für Länder wie China oder Indien müssen günstigere Produkte entwickelt werden. Zugleich aber erhöhen dort die Behörden die Anforderungen für eine Markteinführung. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Margen in Zukunft jährlich um ein bis zwei Prozentpunkte schrumpfen werden. Gleichzeitig verschlechtert sich das Innovationsklima.

Ursachen sind die innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen, langwierige bürokratische Entscheidungsprozesse bis zur Marktzulassung sowie niedrigere Kostenerstattungen. Zudem verändert sich das Geschäftsmodell Medizintechnik dramatisch.

Herausgefordert werden die etablierten Unternehmen von Internet- und Elektronik- Konzernen wie Google oder Samsung. Samsung beispielsweise kann als Generalunternehmer mithilfe von Zulieferern schon die Einrichtung ganzer Operationssäle anbieten. Immer mehr kleinere Hersteller versuchen daher, Partnerschaften mit den Großen zu schließen, um sich den Zugang zu den Kliniken offenzuhalten.

Unsere Favoriten

Nummer 1 bleibt Medtronic. Mit der Übernahme der irischen Covidien hat der Konzern Produktpalette und geografische Präsenz erweitert und damit künftiges Wachstum gesichert. Auch Drägerwerk hat seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert und befindet sich wieder auf profitablem Wachstumskurs.

Mit Hörgeräten und Zahnimplantaten lassen sich zwar immer noch hohe Margen erzielen. Doch die Franken-Aufwertung hat Sonova und Straumann ausgebremst. Beide Konzerne haben bereits Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Bleibt abzuwarten, ob sie damit Erfolg haben.

Zudem verhindern die hohen Bewertungen eine stärkere Kursentwicklung. Die Beobachtung von Nobel Biocare haben wir eingestellt. Der US-Mischkonzern Danaher besitzt bereits mehr als 98% der Aktien und wird den Schweizer Hersteller von Dentalimplantaten von der Börse nehmen.

12. Mai 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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