Medizintechnik blickt optimistisch in die Zukunft

Die deutsche Medizintechnik ist krisenfest und wachstumsstark.

2016 erwirtschaftete die Branche einen Rekordumsatz von 28,4 Mrd. €, knapp 2/3 davon im Ausland.

Medizintechnik mit guten Aussichten für 2017

Im laufenden Jahr wird sich der Aufwärtstrend fortsetzen, Branchen-Kenner rechnen mit einem Wachstum von mind. 4%.

Es könnte sogar noch stärker nach oben gehen, wenn sich nicht die Risiken für die stark exportorientierte Branche realisieren:

  • Protektionismus,
  • die schwächelnde Konjunktur in China
  • oder ein Wiederaufleben der Finanzkrise.

Zudem können zunehmend komplexere regulatorische Eingriffe das Wachstum bremsen. Die langfristigen Aussichten sind ebenfalls ausgezeichnet.

Experten-Schätzungen zufolge wird der Weltmarkt für Medizintechnik bis 2025 jährlich um 6% auf 660 Mrd. $ wachsen. Wachstumstreiber sind:

  • die demografische Entwicklung,
  • die steigende Nachfrage nach Gesundheits-Produkten und -dienstleistungen in den Schwellenländern,
  • der Vormarsch der Digitalisierung im Gesundheitswesen
  • sowie innovative Ansätze in der In-vitro-Diagnostik.

Selbst China bleibt trotz Konjunktur-Schwäche aussichtsreich: Bis 2020 soll das Marktvolumen mit jährlich 2-stelligen Wachstumsraten auf 50 Mrd. $ steigen.

Medizintechnik ist finanzstark

Die Entwicklung eines neuen Produkts dauert Jahre und kostet viel Geld.

Denn die Anforderungen an die Zulassung wurden nach einigen Skandalen in der Vergangenheit durch eine neue europäische Medizinprodukte-Verordnung verschärft.

Medizintechnik-Konzerne müssen deshalb finanzstark sein. Eigenkapitalquoten von 60% und mehr sind in der Branche keine Seltenheit.

Dabei setzen die Unternehmen auf Eigenfinanzierung, um unabhängig von Renditezielen eines Fremdinvestors zu bleiben.

Medizintechnik ist facettenreich

Das Spektrum der Medizintechnik reicht von Herzschrittmachern über Hörgeräte, Prothetik, Augenheilkunde und Diagnostik bis hin zu Einweg-Produkten.

Für alle Segmente gilt:

Wachstumstreiber sind die wachsende Weltbevölkerung, der steigende Anteil älterer Menschen und ein immer besserer Zugang zu medizinischer Versorgung in den Schwellenländern.

Von dieser Entwicklung profitieren Medtronic und Sonova als Hersteller von Herzschrittmachern und Hörgeräten sowie Straumann und Carl Zeiss Meditec als Spezialisten für Dental-Implantate und Augenheilkunde.

Denn Herzkrankheiten, schlechtes Hören und Sehen sowie Zahnausfall treten i. d. R. erst im fortgeschrittenen Alter auf.

Immer kleinere und leistungsstärkere Hörhilfen, bessere Implantate und minimalinvasive operative Eingriffe zur Korrektur der Sehschärfe und Behandlung von Herzfehlern tragen zudem zu einer höheren Akzeptanz der Produkte, Technologien und Therapien bei.

Wachstumsstark sind daneben Einweg-Produkte, die bei der Medikamenten-Herstellung zum Einsatz kommen, Labor-Ausrüstungen von Sartorius und nicht zuletzt die Analyse-Systeme für die Diagnostik aus dem Hause Stratec Biomedical.

2 Neuaufnahmen in der Aktien-Analyse

Coloplast ist ein Spezialist für die Stoma-, Inkontinenz- und Wundversorgung sowie für die Hautpflege.

Henry Schein hingegen ist der weltgrößte Anbieter medizintechnischer Produkte für Ärzte, Zahnärzte, Veterinäre und Labors.

Beide Konzerne wachsen seit mehr als 20 Jahren profitabel.

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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