Medizintechnik: Hohe Nachfrage wegen Covid-19-Pandemie

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Derzeit ist die weltweite Nachfrage nach medizintechnischen Produkten von der Corona-Pandemie beherrscht. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Die Medizintechnik gehört zu den Branchen, die durch Covid-19 eine steigende Nachfrage verzeichneten. So sind im Geschäftsjahr 2020 bei Drägerwerk Auftragseingang und Umsatz deutlich angestiegen. Insbesondere Produkte, die bei der Behandlung von Covid-19 zum Einsatz kommen beziehungsweise vor Infektionen schützen, waren stark gefragt. Der Umsatz erhöhte sich währungsbereinigt um 25,7%. Während die Auslieferungen in Europa stark zunahmen, fiel der Anstieg in den Regionen Amerika sowie Afrika, Asien und Australien etwas geringer aus.

Bei Medtronic ist die Herstellung von Beatmungsgeräten ein Bestandteil des Produktportfolios. Dieser Bereich hat zu Beginn der Corona-Pandemie zu einer Sonderkonjunktur geführt. Allerdings ist Medtronic mit einem Marktanteil von 5% eher ein kleiner Spieler im Geschäft mit Beatmungsgeräten. Dennoch kann der Konzern möglicherweise davon profitieren, wenn spezialisierte Anbieter die Durststrecke nicht durchstehen.

Auch Sartorius hat sich in einem außergewöhnlichen Jahr hervorragend entwickelt. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2020 um 27,8%. Beide Sparten trugen mit signifikanten Raten zum Umsatzwachstum bei. Noch dynamischer als der Umsatz legte der Auftragseingang mit einem Plus von 46,2% zu. Um die große Nachfrage zu bedienen, investierte Sartorius erheblich in die Erweiterung seiner Kapazitäten. Sartorius will auch 2021 profitabel wachsen. So soll sich der Umsatz um 19 bis 25% erhöhen.

Die Medizintechnik ist gefordert

2020 war die weltweite Nachfrage nach medizintechnischen Produkten von der Corona-Pandemie beherrscht. Sie hat sich auch auf unsere Unternehmen ausgewirkt, wenn auch in unterschiedlicher Weise beziehungsweise Ausprägung. Die Nachfrage nach medizintechnischen Produkten, die für die Behandlung von Corona-Patienten wichtig sind, zog im vergangenen Jahr sehr stark an. In Zentraleuropa stand vor allem die Beschaffung von Verbrauchsmaterialien und Beatmungsgeräten im Fokus.

Neben diesen Produkten erlebten Digital-Health-Lösungen einen Boom, zum Beispiel in Frankreich. Südeuropa war mit Spanien und Italien besonders stark von der Pandemie betroffen: Das italienische Gesundheitssystem war den plötzlichen Anforderungen nicht gewachsen. Um eine solche Überlastung in weiteren Wellen zu vermeiden, erhöhte Italien die Anzahl der Intensivplätze. Auch auf dem amerikanischen Markt für Medizintechnik stieg die Nachfrage. In den USA beherrschte das Thema Corona den Gesundheitsmarkt. In Medizinprodukte wurde investiert, und der Bedarf an Schutzausrüstungen für den medizinischen Einsatz stieg.

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Gesundheit stärker in den Fokus gerückt. Medizinische Versorgung ist nicht selbstverständlich, sondern ein knappes Gut, für das beständige Investitionen und in ausreichendem Umfang gut ausgebildetes Personal erforderlich sind. Davon wird die Branche Medizintechnik auch noch in den nächsten Jahren profitieren. Die Medizintechnik wächst aber auch durch den Ausbau digitaler Angebote. Der Umsatz in diesem Bereich wird sich bis 2028 auf 15 Mrd. € verfünffachen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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