Medizintechniker mit Kursfantasie

Kennen Sie die Fernsehsendung „Ich trage einen großen Namen“?

Dabei müssen Kandidaten mittels Fragen herausfinden, welcher Prominente sich hinter einer Sichtschutzwand verbirgt.

Auch bei Unternehmen sind manchmal große Namen dabei, bei denen Anleger tatsächlich nicht so oft wissen, in welchem Bereich diese Gesellschaften denn jetzt wirklich ihr Geld verdienen.

Gut ist es in einem solchen Fall, wenn der Name bereits ziemlich viel Aufschluss gibt, so wie bei Carl Zeiss Meditec:

Der Konzern entstand 2002 und ist ein Medizintechnik-Spezialist mit den Schwerpunkten Augenheilkunde (Ophthalmologie) sowie Neuro-, Hals-, Nasen- und Ohren-Chirurgie.

Die Produkt-Palette umfasst medizintechnische Lösungen bei Fehlsichtigkeit, Grauer/Grüner Star und Netzhaut-Behandlungen.

Operations-Mikroskope und Strahlentherapie-Systeme runden das Angebot ab.

Operative Marge gestiegen

Trotz eines schwachen 3. Quartals ist Carl Zeiss Meditec in den ersten 9 Monaten profitabel gewachsen. Die operative Marge verbesserte sich von 12 auf 13,8%.

Der Konzern konnte die Kostenquote erheblich reduzieren, ohne seine Innovationskraft zu beeinträchtigen. Alle Sparten und Regionen haben besser abgeschnitten.

Wachstumstreiber Nr. 1 war Asien: Dort stieg der Umsatz um 20,3% auf 278,7 Mio. €. Dank etlicher neuer Produkte hat Carl Zeiss Meditec seine Marktposition in dieser Region deutlich ausgebaut.

Asien ist jetzt der größte Absatzmarkt des Konzerns. Von den Sparten haben Opthalmologische Systeme und Chirurgische Opthalmologie nicht nur mehr umgesetzt, sondern auch ihre Rentabilität gesteigert.

In der Mikrochirurgie ging die operative Marge dagegen leicht auf 21,5% zurück.

Im Gesamtjahr erwartet Carl Zeiss Meditec nach wie vor einen Umsatz von 1,08 – 1,12 Mrd. € sowie eine operative Marge von 13 – 15%. Im vergangenen Jahr waren es 12,6%.

Aktie aussichtsreich

Langfristig spielen dem Konzern die kontinuierlich wachsende Weltbevölkerung sowie der steigende Anteil älterer Menschen in die Karten.

Zudem erhalten immer mehr Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Besonders hohe Wachstums-Chancen bieten die Schwellenländer. Denn Grauer und Grüner Star machen auch vor Ländern wie China nicht Halt.

Entsprechend konzentriert sich Carl Zeiss Meditec vorrangig auf den Ausbau des Geschäfts mit Lasern und Intraokularlinsen in den Sparten Opthalmologische Systeme und Chirurgische Opthalmologie.

Schon jetzt erzielen diese Sparten konzernüberdurchschnittliche Wachstumsraten. Die Aktie entwickelt sich besser als der TecDax.

Zwar wird sie die Dividendenrendite von 1,5% nicht restlos überzeugen, doch ist Carl Zeiss Meditec in einer Zukunfts-Branche tätig und glänzt mit soliden Zahlen.

Wer Forschungs-Risiken in Kauf nehmen kann und gerne etwas wagt, ist bei dieser Aktie gut aufgehoben. Greifen Sie zu!

26. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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