Medtronic-Aktie ist zu tief gefallen

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Die sonst so krisenresistente Medtronic-Aktie hat in den vergangenen Wochen deutlich an Boden verloren. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Medizintechnikunternehmen besitzen in aller Regel eine überdurchschnittliche Krisenresistenz. Doch in der allgemeinen Verkaufspanik purzelten auch hier die Kurse. Eine Aktie, bei der die Kursverluste aus meiner Sicht übertrieben sind, ist Medtronic.

Weltmarktführer für Herzschrittmacher

Bei Medtronic handelt es sich um den Weltmarktführer für Herzschrittmacher. Mit einem Marktanteil von über 50% ist der US-Konzern (mit Hauptsitz in Irland) die klare Nr. 1 der Branche. Zudem stellt Medtronic Medizintechnologie für die Bereiche Wirbelsäulen- und Gefäßchirurgie, Neurologie und Diabetes her. Der Jahresumsatz liegt bei gut 31 Mrd. US-Dollar.

Produktionskapazitäten für Beatmungsgeräte sollen verdoppelt werden

Zu den Produkten des Unternehmens zählen auch Beatmungsgeräte, die in der aktuellen Corona-Pandemie heiß begehrt sind. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen wie COVID-19, die Hilfe benötigen, weil sie nicht eigenständig effektiv atmen können.

Medtronic hat vor einer Woche angekündigt, seine Produktionskapazitäten für Beatmungsgeräte zu verdoppeln. Dafür wird die Anzahl der in der Produktion von Beatmungsgeräten tätigen Mitarbeiter verdoppelt und neue Schichten eingeführt. Die lebenswichtigen Geräte sollen 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag produziert werden.

Corona-Panik trifft Aktie relativ hart

Der Kursabschlag in Folge der Corona-Panik fiel für die sonst so krisenresistente Aktie recht hoch aus. Medtronic verlor seit dem Hoch im Februar etwa so viel wie die Aktienindizes.

Ein Argument gegen Medtronic ist derzeit die Verschiebung nicht-lebensnotwendiger Operationen, um Krankenhaus-Kapazitäten für Coronavirus-Patienten zu schaffen. Dies kann sicherlich in einem gewissen Umfang passieren. Doch erstens werden diese Operationen garantiert nachgeholt und zweitens lässt sich der Einsatz eines Schrittmachers auch nicht ewig auf die lange Bank schieben. Möglicherweise wird Medtronic also 1 bis 2 schwächere Quartale durchmachen, aber dafür dürften die Folgequartale dann umso stärker ausfallen.

Für Langfristanleger ist das aktuelle Kursniveau sehr attraktiv

Der Kursabschlag bei Medtronic fällt daher aus meiner Sicht deutlich zu hoch aus. Die Medtronic-Aktie war mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 vor der Coronakrise alles andere als teuer. Inzwischen ist das KGV auf 15 gesunken. Natürlich ist die Frage, inwieweit die Analystenprognosen, die vor der Krise gemacht wurden, noch zutreffend sind. Aber in den nächsten Jahren sollte Medtronic diese Jahresgewinne locker wieder schaffen und dann ist die Aktie einfach sehr günstig.

Für langfristig orientierte Anleger lohnt sich also ein näherer Blick auf die Aktie. Zumal Medtronic auch mit einigen Qualitäten punkten kann, die vor allem Value-Investoren schätzen dürften, beispielsweise eine hohe Eigenkapitalausstattung von 55%, aber auch eine Bruttogewinnmarge von gut 70%.

Außerdem dürfen sich Anleger über regelmäßige Dividendensteigerungen freuen. Medtronic hat seine (quartalsweise ausgeschüttete) Dividende in den vergangenen 42 Jahren immer erhöht und zählt zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 2,7%.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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