Mega-Bankenfusion in Spanien wahrscheinlich

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Die Bestätigung von Fusionsgesprächen zwischen den spanischen Großbanken Caixabank und Bankia löste ein europaweites Kursfeuerwerk aus. Über die Modalitäten einer möglichen Fusion wird bereits spekuliert. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Ursprünglich waren es nur Gerüchte, dass es auf der iberischen Halbinsel zu einer Fusion zweier Großbanken kommen könnte. Doch mittlerweile haben die spanischen Geldhäuser Bankia SA und Caixabank SA (SA steht für Sociedad Anónima; deutsch: Aktiengesellschaft) laufende Fusionsgespräche bestätigt. Kommt es zu einem Zusammenschluss, würde aus der Fusion das größte Bankhaus Spaniens entstehen.

Spaniens Banken in der Dauerkrise

Bereits seit dem Ausbruch der spanischen Immobilienkrise in 2008 befindet sich der Bankensektor des Landes in einer Art Dauerkrise. Seitdem ist die Zahl der Banken deutlich geschrumpft. So schlossen sich zum Beispiel Ende 2010 sieben regionale Bankhäuser zur Bankia SA zusammen. Im Juli 2011 ging Bankia an die Börse.

Nur ein Jahr später wurde die hoch verschuldete Bankia verstaatlicht. Der staatliche Rettungsfonds Fondo de Reestructuración Ordenada Bancaria (FROB) griff der in Valencia und Madrid beheimateten Bankia mit Milliardenbeträgen unter die Arme und erhielt dafür knapp 62% der Unternehmensanteile.

Kommt es tatsächlich zu einer Fusion zwischen Bankia und der deutlich größeren Caixabank, würde die größte Bank Spaniens mit einer Bilanzsumme von mehr als 650 Mrd. Euro entstehen. Allerdings gilt dies nur für das Inlandsgeschäft. Die Mitbewerber Santander und BBVA sind für sich genommen wegen ihres umfangreichen Auslandsgeschäfts etwas größer.

Details über eine mögliche Fusion

Auch wenn in der Nacht zum Freitag nur bestätigt wurde, dass zwischen den Banken Fusionsgespräche geführt werden, sind bereits einige Details über den möglichen Zusammenschluss der Geldinstitute nach außen gelangt. Caixabank bestätigte die Fusionsgespräche und darüber hinaus, dass eine mögliche Fusion im Rahmen eines reinen Aktiengeschäfts abgewickelt werden sollen.

Laut Insiderinformationen wollen sich Bankia und Caixabank schon in den kommenden Tagen auf weitere Details der Fusion einigen. Der spanische Staat würde nach dem Zusammenschluss noch etwa mit 14% und die Caixabank-Stiftung noch mit rund 30% an dem neu entstehenden Bankhaus beteiligt sein.

Im spanischen Radiosender Canal Sur sprach sich der spanische Verbraucherschutzminister Alberto Garzon dafür aus, dass der spanische Staat an dem fusionierten Institut beteiligt bleibt. Das spanische Wirtschaftsministerium erklärte, dass der Rettungsfonds FROB die Vorschläge der beiden Geldhäuser auf ihre Erfolgsaussichten prüfen werde. Die Stabilität des Finanzsektors müsse gestärkt und maximaler Gewinn aus dem Anteil herausgeholt werden.

Aus Insiderkreisen wurde weiterhin bekannt, dass Bankia-Verwaltungsratschef Jose Ignacio Goirigolzarri auch in dem neuen Institut den Verwaltungsrat leiten werde. Der jetzige Caixabank-Chef Gonzalo Gortazar solle zum Vorstandschef des fusionierten Geldhauses ernannt werden.

Bestätigung der Fusionsgespräche führte zu Kurssprüngen

Nachdem die Banken in der Nacht zu Freitag ihre Fusionsverhandlungen bestätigt hatten, löste diese ein wahres Kursfeuerwerk aus: Die Papiere der Caixabank sprangen am Freitag um fast +14% in die Höhe. Der Kurs der Bankia-Aktien schoss sogar um mehr als +32% nach oben.

Die Nachricht hatte auch einen deutlich erkennbaren Einfluss auf die europäischen Märkte. So legte der europäische Bankenindex am Freitag um +2% zu. Auch die Kurse der deutschen Banken zogen an. Der Kurs der als Übernahmekandidat gehandelten Commerzbank schoss um stolze +6,7% nach oben. Auch die Papiere der Deutsche Bank gewannen mit +3,8% überdurchschnittlich viel hinzu.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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