Mega-Deal: Bayer erwirbt Asklepios BioPharmaceutical

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Trotz Dax-Einbruch konnte die Bayer-Aktie gestern deutlich hinzugewinnen. Grund hierfür war die Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens AskBio durch die Bayer AG. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Sie werden es vielleicht schon in der Tagespresse gelesen haben: Gestern gab der Leverkusener Bayer-Konzern bekannt, dass er das US-amerikanische Gentherapieunternehmen Asklepios BioPharmaceutical, Inc. (AskBio) übernehmen wird.

Die Bayer AG wird zunächst eine Vorauszahlung von 2 Mrd. US-Dollar (USD) für den Erwerb von AskBio zahlen. Darüber hinaus werden die Leverkusener noch bis zu 2 Mrd. USD an erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen auf den Tisch blättern.

Von diesen Meilensteinzahlungen bzw. Erfolgsprämien werden laut Bayer voraussichtlich rund 75% im Verlauf der kommenden fünf Jahre fällig, während der restliche Betrag zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommt.

AskBio ist Gentechnologie-Spezialist

Asklepios BioPharmaceutical ist ein 2001 gegründetes und privat geführtes Unternehmen, das sich auf die Forschung, Entwicklung und Herstellung von Gentherapien in verschiedenen therapeutischen Gebieten spezialisiert hat. Gegründet wurde AskBio von Richard Samulski, der als Pionier der Gentherapie gilt. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Research Triangle Park, der sich in der Nähe von Durham/North Carolina befindet.

Das Entwicklungsportfolio von AskBio umfasst Therapeutika für die Behandlung von neuromuskulären, Herz-Kreislauf- und metabolischen Krankheiten sowie Krankheiten des zentralen Nervensystems. Durch die Übernahme erwirbt Bayer die vollständigen Rechte an der Therapieplattform von AskBio, einschließlich eines breit aufgestellten patentgeschützten Portfolios sowie einer Tochtergesellschaft von AskBio, die auch im Bereich der Auftragsfertigung tätig ist.

Übernahme stärkt Bayers Gentechnik-Bereich

Bayer betont in seiner Presseerklärung, dass der Kauf von AskBio sein Engagement im Zell- und Gentherapiebereich stärken wird. Gentherapien zählen zu den teuersten Arzneien der Welt und bieten somit langfristig gesehen ein enormes Potenzial.

Darüber hinaus ergänzt die Übernahme von AskBio den bereits im letzten Jahr von den Leverkusenern getätigten Zukauf des ebenfalls in den Vereinigten Staaten ansässigen Gentechnologieunternehmens BlueRock Therapeutics. Beide Neuzugänge arbeiten derzeit an einer Therapie für Parkinson.

Durch die Übernahme der beiden Bio- bzw. Gentechnologie-Spezialisten aus den USA will der Bayer-Konzern seinem Ziel, Plattformen mit Therapiegebiet-übergreifendem Potenzial zu schaffen, weiter vorantreiben. Dies betont auch Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstandes der Bayer AG und Leiter der Division Pharmaceuticals:

„Es gehört zu unserer Strategie, neue Therapieplattformen aufzubauen, einschließlich im Bereich der Zell- und Gentherapien. Als einem aufstrebenden Unternehmen auf dem Gebiet der Gentherapien werden uns die Expertise und das Portfolio von AskBio bei der Etablierung hochinnovativer Behandlungsoptionen für Patienten unterstützen und unser Portfolio stärken.“

Investoren begrüßen Übernahme

Auch wenn Bayer in der jüngeren Geschichte nicht gerade ein glückliches Händchen im Übernahmegeschäft gezeigt hat, so kam die Bekanntgabe der AskBio-Übernahme bei den Anlegern gut an.

Der Kurs der Bayer-Aktie konnte gestern in einem insgesamt sehr schwierigen Börsenumfeld zulegen. Als einer der wenigen DAX-Mitglieder lagen die Papiere der Bayer AG bei Börsenschluss an der Frankfurter Börse mit guten +0,68% im Plus.

So geht es weiter

AskBio soll auch weiterhin als eigenständiges Unternehmen in den USA geführt werden. Das Unternehmen wird konzernintern in den neu gegründeten Zell- und Gentherapiebereich des Bayer-Konzerns integriert.

Die Übernahme bedarf wie üblich noch der Zustimmung der beteiligten Aufsichtsbehörden. Da sich AskBio im Privatbesitz befindet, entfällt jedoch das Votum der Aktionäre. Daher soll der Kauf noch im vierten Quartal 2020 abgeschlossen werden können.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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