Gazprom: Mega-Konzern mit 6,9% Dividende

Es gibt mehr als die Dividende – selbst für Dividenden-Anleger. Warum Sie der Bilanz Beachtung schenken sollten, zeigt das Beispiel Gazprom: (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Russische Firmen haben hierzulande nicht den besten Ruf. Da hilft auch das Sponsoring bei einem der größten deutschen Fußballclubs nur recht wenig.

Doch die Wahrheit liegt nicht in Meinungen und Stimmungen begründet, sondern in der Bilanz.

Wir nehmen Unternehmen und ihr Zahlenwerk seit Jahren erfolgreich für unsere Leser auseinander.

Der dabei gewonnene Erfahrungsschatz ist für viele Kunden Gold wert – gerade wenn es darum geht, eher wenig durchsichtige Konzerne wie Gazprom zu bewerten.

Lesen Sie an dieser Stelle, was die Aktie, die 6,9% Dividendenrendite bringt, sonst noch zu bieten hat:

Gazprom setzt Priorität auf dem europäischen Markt

Gazprom ist mit einem Anteil von 18% an der Weltfördermenge und dem Besitz von 17% der weltweit nachgewiesenen Reserven der weltgrößte Erdgas-Konzern.

Zu den Geschäftsbereichen zählen die Erschließung, Förderung und Lieferung von Erdgas. Hauptabnehmer sind neben Russland die GUS-Staaten sowie Europa.

Auch wenn es nicht so aussieht, die Halbjahres-Ergebnisse lagen im Rahmen der Erwartungen: Gazprom hat 4,8% mehr umgesetzt, aber 35% weniger verdient.

Im 2. Quartal brach der Gewinn sogar um 77% ein. Verantwortlich war die Rubel-Schwäche. Die operative Marge verbesserte sich dagegen von 13,5 auf 15,1%.

Auch im Gesamtjahr dürfte der Gewinn währungsbedingt zurückgehen. Dennoch sollen die Aktionäre eine Dividende auf Vorjahres-Niveau erhalten.

Abgesehen von der Gas-Sparte sind die Umsätze in allen anderen Sparten gestiegen. Zwar stieg der Gas-Absatz um 11,1% auf 261,6 Mrd. m³.

Der Umsatz ging jedoch aufgrund des Preisverfalls um 5,2% zurück. Besonders schwach hat das wichtige Europa-Geschäft abgeschnitten:

Trotz eines Absatz-Anstiegs um 8,9% auf 119,1 Mrd. m³ schrumpfte der Umsatz um 6,6%, weil der durchschnittlich erzielte Gaspreis um 13,1% zurückging.

Ähnlich entwickelten sich die Geschäfte in den ehemaligen GUS-Staaten.

Europäischer Markt von Gazprom priorisiert

Priorität hat für Gazprom der europäische Markt. Noch ist der niedrige Gaspreis ein Wettbewerbs-Vorteil gegenüber Konkurrenten, die teureres Flüssiggas verkaufen.

Doch der Preis-Aufschlag verringert sich kontinuierlich. Gazprom wird aber seinen Marktanteil von über 30% in Europa auf jeden Fall verteidigen.

Schließlich müssen sich die Milliarden-Investitionen in die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 für den Konzern auszahlen.

Denn wenn die Pipeline nicht ausgelastet ist, drohen hohe Abschreibungen. Wird Flüssig-Gas noch billiger, könnte Gazprom einen Preiskampf zulasten seiner Ertragsziele anfachen.

Die Nachteile überwiegen

Trotz der satten Dividende und der niedrigen Bewertung sind wir sehr skeptisch bei Gazprom:

Der Rubel ist schwach und auch die Konkurrenz ist groß. Hinzu kommen die Sanktionen gegen Russland. Also: Finger weg!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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