Megaprojekt „Neue Seidenstrasse“: Das müssen Sie jetzt wissen

China will näher an Europa heranrücken. Dazu soll das Megaprojekt „Neue Seidenstrasse“ dienen – mit massiven Folgen für den Rohstoffmarkt. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die langfristigen Perspektiven am Rohstoffmarkt werden ganz stark von China beeinflusst. Das Land ist eines der wichtigsten Nachfrageländer bei den meisten großen Rohstoffen. Insofern ist der Blick auf die Entwicklung in diesem Land auch extrem wichtig für den gesamten Rohstoffmarkt.

Ein Projekt mit langfristig sehr gute Perspektive ist hierbei die „Neue Seidenstraße“. Fakt ist: Dieses Megaprojekt steht jetzt noch in der Anfangsphase. Die komplette Fertigstellung ist erst für das Jahr 2049 geplant. Allein bei den Rahmenbedingungen fällt auf, wie massiv die Auswirkungen der Neuen Seidenstraße sein werden. Insgesamt werden 68 Länder in Asien und Europa von der neuen Seitenstraße profitieren können.

China plant viele Megaprojekte

Anders ausgedrückt: Mehr als 60 % der Weltbevölkerung leben in diesen von der neuen Seidenstraße profitierenden Ländern. Schon heute hat China ein Investitionsvolumen von rund 180 Mrd. Dollar vorangetrieben, aber noch viele weitere Milliarden werden notwendig sein um Straßen, Häfen, Dämme, Hochgeschwindigkeitseisenbahnstrecken, Flughäfen und weitere Infrastruktur- Maßnahmen durchzuführen.

Laut Chinas Präsident Xi Jinping soll auf diesem Weg „die regionalen Verbindungen gestärkt werden um Chinas Wirtschaft zu stärken“. Damit Sie eine Vorstellung von dem Ausmaß der bevorstehenden Maßnahmen haben, bietet sich ein Vergleich zu einem bekannten Infrastrukturprogramm an. Die Rede ist hier vom Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg, dass bis heute als eines der teuersten Projekte der Menschheitsgeschichte gilt. So wie es jetzt aussieht, könnte die Initiative der neuen Seidenstraße bis zu 12 mal so viel kosten. Das komplette Investitionsvolumen wird irgendwo im Bereich zwischen 4 und 8 Billionen Dollar liegen.

Ungebrochene China-Fantasie treibt Rohstoff-Sektor weiter anChina ist weiterhin ein wichtiges Land für den globalen Rohstoffmarkt – ob als Produzent oder Konsument. Das zeigen auch aktuelle Statistiken: › mehr lesen

Nun sind das Zahlen, die weit in der Zukunft liegen und die auch heute noch schwer zu beziffern sind. Tatsächlich ist es aber so, dass die Planungen Chinas doch immer wieder eins gezeigt haben. Wenn die Regierung sich dort ambitionierte Ziele gesetzt hat, dann sind diese auch umgesetzt worden. Insofern lohnt es sich wirklich genauer hinzuschauen, denn Chinas Weg an die Weltspitze läuft ja schon seit Jahren direkt vor uns ab.

China bleibt extrem wichtiger Faktor für den Rohstoffmarkt

Wenn dann dieses Projekt vollendet sein sollte, ist auf jeden Fall die Verbindung Chinas mit den restlichen Staaten Asiens und auch mit vielen Teilen Europas deutlich einfacher. Gut möglich, dass wir dann eine Verschiebung der großen Handelsströme sehen, die dann massiv Richtung Asien ausgerichtet sein werden.

Egal wie schnell dieses Projekt tatsächlich umgesetzt wird: Es werden weiterhin massive Mengen an Rohstoffen benötigt. Und das sind gute Nachrichten für den Bereich der Industriemetalle wie beispielsweise Kupfer oder auch für andere wichtige Rohstoffe wie Eisenerz. Und der unweigerlich kommende weitere Aufschwung für die chinesische Mittelschicht wird dann auch den Konsum des Landes weiter vorantreiben – und die schon heute hohe Nachfrage bei Edelmetallen sicherlich weiterwachsen lassen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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