Gold: Megaprojekte bei Rohstoffen fehlen schon heute massiv

Die niedrigen Preise bei vielen Rohstoffen haben die Entdeckung und Entwicklung von neuen Megaprojekten eingeschränkt. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Die Krise der Rohstoffbranche in den Jahren bis 2015 hat viel verändert – vor allem auch bei den Perspektiven. Dieses Thema ist schon seit geraumer Zeit wichtig und so habe ich hier an dieser Stelle auch schon im Sommer 2015 auf die Folgen der Krise hingewiesen. Damals schrieb ich über das Ausbleiben von neuen Megaprojekten im Rohstoffsegment:

„Vor einigen Jahren sah das ganz anders aus. Damals starteten viele kleine Unternehmen auch Megaprojekte. Die Strategie dahinter war einfach: Ein kleines Rohstoffunternehmen bringt ein großes Vorkommen so weit, das eine aussagekräftige Ressourcenschätzung vorliegt. Dies machte die Projekte für große Minen interessant, um dort erst einmal als Partnermit einzusteigen. Nach einer erfolgreichen Übernahme sollte dann der Rohstoffriese das Vorkommen in Produktion bringen.

Soweit die Theorie. In der Praxis hat dieses Geschäftsmodell immer wieder nicht funktioniert. Vor allen Dingen bei den extrem großen Projekten hat der schwache Rohstoffmarkt seit 2011 ganze Arbeit geleistet. Das liegt schlicht und einfach daran, dass für Megaprojekte auch ein riesiger Kapitalbedarf besteht. Und genau das ist schon seit längerer Zeit der Engpass der Branche.

Langfristig bleibt es dabei: Neue Minen sind notwendig. Aber derzeit sind diese Projekte nicht zu finanzieren.“

Das Geld ist zurück am Markt – aber nicht für Megaprojekte

Soweit meine Einschätzung aus dem Sommer 2015. Tatsächlich hat sich die Lage etwas verbessert seit dem – aber nicht grundlegend verändert. Zudem liegen viele Megaprojekte immer noch auf Eis. Das liegt am weiter niedrigen Preisniveau.

Sie müssen sich vorstellen: In den Jahren 2011 und 2012 wurden die Explorationsbudgets bei den Firmen massiv angehoben. Damals kam es zur Entdeckung von neuen Vorkommen. Viele der Vorkommen rechneten sich aber nur bei dauerhaften Goldpreisen von mehr als 1.500 Dollar pro Unze.

Davon sind wir weiterhin massiv entfernt. 2016 lag beispielsweise der durchschnittliche Goldpreis nur bei 1.230 Dollar. Damit fallen viele neue Vorkommen einfach durchs Raster. Für Sie als Investor bietet das aber auch Chancen. Richten Sie Ihr Augenmerk – gerade auch bei neuen Produzenten – auf die Gesamtkosten der Produktion. Diese Kennziffer stellen die Produzenten in den Bilanzen zur Verfügung und das ermöglicht Ihnen eine gute Einordnung der Qualität des Vorkommens.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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