Mehr als 8% Dividende

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Es gibt Dividendenkönige. Und es gibt freenet. Wie wir das Unternehmen aktuell sehen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Mögen Sie Dividenden? Jetzt werden Sie womöglich denken „Was für eine Frage!?“. Doch die Frage ist gar nicht so abwegig. Noch immer bauen viele Privatanleger auf Titel, die wenig Dividenden versprechen, dafür aber das Blaue vom Himmel. Aktien wie freenet, die seit Jahren als Dividendenkönige bekannt sind, bleiben dann außen vor. Warum das so ist? Nun, wir wissen es nicht. Wir können Ihnen aber Stand heute erklären, wie es um die Aktie von freenet wirklich steht.

Dann können Sie sich selbst ein Bild machen – und womöglich die Chance ergreifen. Doch der Reihe nach. Die freenet AG ist im Jahr 2007 aus der mobilcom AG und der alten freenet-Gesellschaft hervorgegangen. Das Kerngeschäft bilden die Bereiche Mobilfunk und mobiles Internet. freenet vermarktet auf eigene Rechnung und zu eigenen Tarifen Mobilfunk-Dienstleistungen der vier Netzbetreiber in Deutschland sowie eigene Produkte und Services. Der Fokus liegt auf mobilen Sprach- und Datendiensten sowie hochwertigen Postpaid-Vertragskundenverhältnissen.

IP-TV als solides Standbein

freenet hat für die ersten 9 Monate eher schwache Zahlen vorgelegt. Der Umsatz konnte nur um 4,4% auf rund 2,7 Mrd € gesteigert werden. Unterm Strich ist der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 1,22 € pro Aktie eingebrochen. Damit hat freenet unsere Erwartungen verfehlt. Operativ lief es deutlich schlechter als erwartet. Das EBITDA sank um 4,3% auf 668,6 Mio €. Hinzu kamen weitere Sonderbelastungen.

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Telekom-Anbieter mit WettbewerbsvorteilEin Telefonanbieter, der den Kunden jeden Wunsch erfüllen kann, ist in Zeiten wachsender Ansprüche nicht die schlechteste Idee. freenet hat sich erfolgreich positioniert. › mehr lesen

Besonders positiv hat sich dagegen das TVund Entertainment-Geschäft entwickelt. Hier konnte ein deutlicher Neukundenzuwachs erzielt werden. Auch die IP-TV-Plattform waipu. tv hat neue Rekorde erzielt und seine registrierten Nutzer fast verdreifacht. Mitte September hat sich hier der eine millionste Kunde registriert. Dieses Wachstum bescheinigt anschaulich, dass das IP-TV eine attraktive Alternative zur Satelliten- oder Kabelübertragung darstellt.

freenet hat deshalb sein bestehendes IP-TV-Programm deutlich ausgebaut. Im Perfect-Abonnement setzt der Konzern jetzt auf mehr als 90 TV-Sender. Anfangs bot das Premium-Abo nur 50 Sender an. Neben der Programmvielfalt setzt freenet auch auf eine ansprechende Nutzeroberfläche. Die iOSund Android-Apps wurden grundlegend überarbeitet und noch nutzerfreundlicher gestaltet. Zudem ist waipu jetzt auch über den Amazon Fire TV-Stick abrufbar.

Warum wir trotz hoher Dividende skeptisch sind

Deutlich schlechter lief es im Mobilfunk-Geschäft, also dem eigentlichen Kerngeschäft von freenet. Hier setzen die günstigen Flatrate-Preise die operativen Margen stark unter Druck. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Trotz der Dividendenrendite von mehr als 8% sollten sie bei der Aktie weiter abwarten. Ein Investment drängt sich nicht gerade auf!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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