Mehr als eine Plastikkarte

Visa Kreditkarten RED – shutterstock_249027982 Valeri Potapova

Bezahlen geht immer einfacher, reibungsloser, sicherer. Etablierte Kreditkartenkonzerne mischen dabei mit. Allen voran Visa. (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

Nutzen Sie auch schon Apple oder Google Pay? Für PayPal-Kunden mit Android-Telefon gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, Google Pay mittels einer virtuellen Mastercard zu nutzen. Das Bezahlen funktioniert reibungslos. Nur bei manchen Geschäften heißt es: Wir akzeptieren leider nur VISA. Was es damit auf sich hat? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass man mit einer VISA-Karte oftmals gut fährt. Ob Sie auch von der Aktie profitieren können, zeige ich Ihnen in den folgenden Zeilen.

Doch zunächst ganz allgemein zum Unternehmen: VISA Inc. ist ein führender Finanzdienstleister im Kreditkartengeschäft. Der Konzern vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe und Abrechnung ihrer Kredit- und Debitkarten. Dabei setzt VISA auf starke Partnerschaften, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die operative Entwicklung sicherzustellen. Hauptkonkurrenten sind MasterCard und American Express.

Aktienrückkäufe sind Wasser auf unsere Mühlen

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist nicht aufzuhalten. VISA ist einer der größten Profiteure dieser Entwicklung und wächst mit zweistelligen Wachstumsraten. Der Start ins Jahr 2019 ist vielversprechend. Im 1. Quartal stieg der Umsatz um 12% auf 5,5 Mrd $. Wie in den vergangenen Jahren waren auch im 1. Quartal die Datendienste der größte Wachstumstreiber. Der Gewinn stieg überdurchschnittlich stark um 18% auf 3 Mrd $.

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Dabei half die um 4 Prozentpunkte niedrigere Steuerrate, die auf die US-Steuerreform zurückzuführen ist. Das Geld wird zum großen Teil an die Aktionäre zurückgegeben. Alleine im 1. Quartal wurden eigene Anteile für 2,3 Mrd $ zurückgekauft. Der Vorstand stockte das Aktienrückkaufprogramm daraufhin um weitere 8,5 Mrd $ auf. Insgesamt stehen jetzt 9,8 Mrd $ für Rückkäufe zur Verfügung. Zu aktuellen Kursen sind das mehr als 4% der ausstehenden Aktien. Rückkäufe in diesem gigantischen Umfang wirken kursunterstützend.

Gute Aussichten – auch mit wenig Dividende

VISA will die Profitabilität steigern, indem die Gebühren erhöht werden. Zunächst greift die Maßnahme in den USA. Dabei hat sich das Unternehmen als Quasi-Monopolist mit dem einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten MasterCard abgesprochen. Die Preiserhöhung wird also nicht zu Kundenverlusten führen. Die höheren Gebühren werden mit aufwendigeren Sicherheitsmaßnahmen begründet.

In der Tat hat VISA die Investitionen in die Transaktionssicherheit zuletzt deutlich erhöht, um Betrugsfälle zu unterbinden. Das wird auch bei technikaffinen Nutzern, denen Sicherheit und Privatsphäre wichtig ist, seine Wirkung entfalten. Obwohl die Aktie kaum eine Dividende bringt, sollten Sie sich mit Visa auseinandersetzen. Wir halten den Wert für überdurchschnittlich attraktiv.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.