Axel Springer: Mehr als große Buchstaben

Durch die frühzeitige Umstellung auf digitale Medien und schlaue Zukäufe scheint Axel Springer bereits gut für die Zukunft gerüstet zu sein. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Kaum einer liest sie und trotzdem liegt sie morgens beinahe überall auf dem Tisch – die Rede ist von der Bild Zeitung. Wem NZZ, FAZ oder TAZ zu ernsthaft, umfangreich oder fordernd sind, greift gerne zum Boulevardblatt mit den bunten Buchstaben. Und selbst wer die Bild konsequent ablehnt, ist im Urlaub im Ausland sicher auch schon einmal schwach geworden – zu verlockend ist es, sich für rund einen Euro für ein paar Minuten heimisch und leicht unterhalten zu fühlen.

Doch Axel Springer ist weitaus mehr als Bild. Neben zahlreichen Zeitungen ist Axel Springer heute vor allem ein digitaler Medienkonzern. Für Anleger hat sich der Wandel hin zum digitalen Medienhaus gelohnt. Doch wie geht es für die Aktie weiter?

Gute Marktpositionierung

Der Axel Springer Verlag wurde 1946 gegründet und ist mit der Bild Europas größtes Zeitungshaus. Das Kerngeschäft liegt auf dem Printsektor mit Zeitungen wie Bild, Die Welt und Berliner Morgenpost sowie Zeitschriften, Druckereien und Vertriebsorganisationen. Schwerpunkte der Auslandsaktivitäten im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft sind Frankreich, Spanien und die Schweiz sowie in Osteuropa Polen, Ungarn und Tschechien.

Axel Springer blieb in den ersten 9 Monaten auf Erfolgskurs. Der Umsatz stieg um 7% auf rund 2,6 Mrd €. Besonders gut hat sich das digitale Geschäft entwickelt. Hier konnten die größten Wachstumsimpulse erzielt werden. Dagegen ist die Lage im klassischen Printgeschäft weiterhin angespannt. Während die restliche Branche mit den Strukturproblemen zu kämpfen hat, besticht Springer mit seiner erstklassigen Marktpositionierung.

Zukäufe bieten Potenzial

Durch die frühzeitige Umstellung auf digitale Medien ist der Konzern nicht mehr schwerpunktmäßig auf sein Print-Geschäft angewiesen. Der Löwenanteil des Umsatzes stammt aus dem digitalen Geschäft. Springer ist damit der einzige europäische Zeitungskonzern, der den Strukturwandel mit Bravour gemeistert hat. Mit zahlreichen Akquisitionen wird dieses digitale Wachstum weiter befeuert. Springer hat den Sprung vom einfachen Zeitungsverleger zum multimedialen Unternehmen geschafft.

Allerdings war das Wachstum nicht ganz preiswert. Durch die hohen Sonderbelastungen ging der Gewinn um mehr als 60% auf 1,29 € pro Aktie zurück. Im Gegenzug hat Springer aber gleich mehrere aussichtsreiche Unternehmenskäufe abgeschlossen. Mit der Übernahme von ShareASale, einem führenden Online-Marketing-Anbieter in den USA, hat Springer sein digitales Geschäft in Übersee deutlich ausgebaut.

In Europa hat Springer dagegen die Spir Communication SA, die das führende Immobilienportal logic-immo.com in Frankreich betreibt, übernommen. Damit konnte das konzerneigene Portalgeschäft aufgewertet werden. Die Aktie gefällt uns. Springer ist digital vorne mit dabei und hat erfolgreich zugekauft. Die Dividendenrendite von rund 2,8% ist ebenfalls attraktiv!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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