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Olympus steht für Kameras. Doch das Unternehmen kann mehr. Lesen Sie jetzt unsere Analyse. Sie werden überrascht sein. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Haben Sie überhaupt noch eine Kamera? Außer einigen Foto-Enthusiasten vertrauen immer mehr Menschen auf die Linse ihres Smartphones. Das Ergebnis ist am Ende weit besser, als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommt, dass Smartphones klein und handlich sind und wir sie ohnehin immer dabei haben. Trotz dieses Trends bleiben renommierte Kamerahersteller wie Olympus entspannt. Die Anbieter haben ihre Nischen gefunden und punkten darüber hinaus mit ihrer starken Marke. Wie es um die Aktie  von Olympus im Detail steht, das erkläre ich Ihnen in der folgenden Analyse. Vorab aber ein paar Eckdaten zum Unternehmen.

Durchwachsene Zahlen bei Olympus

Olympus Corp. ist nach Canon und Sony der weltweit drittgrößte Kamerahersteller. Speziell bei Digitalkameras(Imaging Systeme) nimmt Olympus einen internationalen Spitzenplatz ein. Zudem produziert Olympus in den Bereichen Medizintechnik und Life Science & Industrial auch Endoskope und Mikroskope für medizinische und industrielle Anwendungen. Ein dritter Geschäftsbereich entwickelt Bildverarbeitungssysteme.

Olympus hat für das 2. Halbjahr solide Zahlenvorgelegt. Zwar blieb der Umsatz mit einem Rückgang von rund 1% knapp unter dem Vorjahresniveau, dafür konnte der Gewinn mit einem Plus von fast einem Viertel auf 12,45 Yen pro Aktie kräftig zulegen. Allerdings sind die Vorjahreszahlen besonders schlecht ausgefallen, sodass ein deutlicher Anstieg zu erwarten war. Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 0,5% auf 797 Mrd Yen zulegen. Unterm Strich hat sich der Gewinn von 8 auf 52 Mrd Yen verbessert.

Das Aus für Kameras?

Olympus strukturiert sich grundlegend um. Das klassische Kamera-Geschäft ist durch den Erfolg von Smartphones und Tablets stark zurückgegangen. Es gibt zwar noch einen profitablen Markt für professionelle Kameras, aber er ist fast zu vernachlässigen. Mit seinen traditionsreichen Kameras setzt Olympus nur noch44 Mrd Yen um. Das meiste Geld wird mit der Endoskopie und mit technischen Therapielösungen umgesetzt. Zudem ist Olympus im wissenschaftlichen Bereich sehr gut vernetzt und bedient Forschungsaufträge. Der Strategiewechselzahlt sich aus. Jetzt möchte Olympus sogar noch einen Schritt weitergehen und seine Kamera-Sparte verkaufen.

Der Geschäftsbereich soll zunächst ausgegliedert und in einen Fonds übertragen werden, der von JIP verwaltet wird. So erhofft sich Olympus eine bessere Forcierung des strategischen Fokus und zusätzliche Sondereinnahmen. Für den japanischen Traditionskonzern ist es ein radikaler Schritt. Aus unserer Sicht ist es die richtige Entscheidung. Olympus ist längst mehr als ein Kamerahersteller. Die Marke wird dem Unternehmen noch lange Vorteile bringen. Die Aktie ist trotzdem nur mittelprächtig interessant.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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