Mehr Effizienz, höhere Rendite

Wer Unternehmen dabei hilft, besser zu werden, profitiert in der Regel selbst. So wie der Maschinenbauer Dürr. (Foto: Dürr AG)

Effizienz ist das Gebot der Stunde. Wer Renditen nach oben schrauben und Marktanteile gewinnen will, muss besser sein als die Konkurrenz. Höher, schneller, weiter gilt vor allem auch in der Wirtschaft. Auch wenn wir uns selbst von diesem Credo hin und wieder lossagen sollten, so ist das Streben nach Effizienz doch ein Erfolgsrezept – zum Beispiel für die Aktie von Dürr. Dürr ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer.

Produkte, Systeme und Services des Konzerns ermöglichen hocheffiziente Fertigungsprozesse. Neben der Autoindustrie beliefert Dürr auch den Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die holzbearbeitende Industrie. Dürr verfügt über 86 Standorte in 28 Ländern.

Bei Dürr läuft es gut

Dürr hat solide Zahlen für die ersten 9 Monate präsentiert. Der Umsatz stieg um 2,6% und der Gewinn dank eines Sonderertrags aus dem Ecoclean-Verkauf um 23,5%. Die operative Marge verbesserte sich von 7 auf 8%. Beim Auftragseingang ging es um 2,2% auf 2,9 Mrd € nach oben. Bereinigt um Ecoclean wären der Umsatz um 6,2% und der Auftragseingang um 7,4% gestiegen. Der Auftragsbestand verfehlte mit 2,6 Mrd € den Vorjahreswert nur ganz knapp.

Wachstumstreiber Nummer 1 war die Tochter Homag, die den Umsatz um 12,1% auf 901,5 Mio € und den Auftragseingang um 25,8% auf 1,08 Mrd € steigerte. Das Management zeigte sich sehr zuversichtlich für das 4. Quartal, sprach von anstehenden Auftragsvergaben der Autoindustrie und einer anhaltend starken Nachfrage nach Maschinen für die Holzbearbeitung. Die Jahresziele wurden daher zum Teil nach oben angepasst.

In Aussicht gestellt wurden jetzt ein Auftragseingang von 3,6 bis 3,8 Mrd €, ein Auftragsbestand von 2,55 bis 2,75 Mrd €, ein Umsatz von 3,5 bis 3,6 Mrd €, eine operative Marge von 7,5 bis 8,25% sowie ein etwas höherer Gewinn. Die Prognose für den operativen Cashflow wurde dagegen auf 140 bis 190 Mio € gesenkt. Hintergrund ist ein restriktiveres Anzahlungsverhalten der Kunden. Das heißt aber nur: Dürr erhält die Zahlungen etwas später.

Verkauft Dürr die Sparte Umwelttechnik?

2018 Jahr dürfte die Modelloffensive der Autohersteller im Bereich Elektroautos das Wachstum antreiben. Einsparungen und damit eine verbesserte Profitabilität verspricht die laufende Digitalisierung. Zudem wird über einen Verkauf der margenschwachen Umwelttechnik spekuliert. Dürr ist für uns aussichtsreich. Lediglich die Bewertung ist schon etwas hoch. Die grundlegende Story aber stimmt!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.