Mehr Hoch als Tief

Dass Immobilien derzeit boomen, ist für Sie sicher nichts Neues.

Doch wenn die Preise für bestehende Immobilien steigen, hat das auch einen Einfluss auf die Bauaktivität.

Steigende Preise signalisieren Knappheit. Bauen ist dann in der Regel lukrativ.

Unternehmen, die sich rund um das Thema Bauen aufgestellt haben, profitieren von der guten Auftragslage, so auch Hochtief.

Doch eignet sich das Unternehmen als eine Art Immobilien-Investment in Aktienform? Die Analyse gibt Aufschluss.

Hochtief gehört zu den 4 größten internationalen Baukonzernen und ist in Deutschland die Nr. 1.

Das Leistungs-Spektrum umfasst die Planung, Finanzierung sowie das Bauen und Betreiben von Projekten jeder Größenordnung.

Mit seinen Töchtern Flatiron, Turner sowie Leighton ist Hochtief in den USA und Australien vertreten.

Wird Hochtief übernommen?

Die strategische Neuausrichtung zahlt sich immer mehr aus:

Im vergangenen Jahr hat Hochtief aufgrund von Unternehmens-Verkäufen zwar weniger umgesetzt, den operativen Kerngewinn aber um fast 40% auf 264,7 Mio. € gesteigert und damit seine Vorgabe übertroffen.

Der Netto-Gewinn von 208,3 Mio. € übertraf den um Verkaufs-Erlöse bereinigten Vorjahreswert um 50%.

Verantwortlich für das gute Abschneiden war in erster Linie das gewerbliche Hoch- und Verkehrswegebau-Geschäft in Amerika.

Auch in Australien sorgten die Restrukturierungen für höhere Margen. In Europa gelang sogar die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Hochtief konzentriert sich in Zukunft im Wesentlichen auf den Bau von Straßen, Brücken, Schulen, Krankenhäuser und Energie-Anlagen.

Für das laufende Jahr hat sich der Konzern eine Steigerung des operativen Kerngewinns auf 300 bis 360 Mio. € vorgenommen.

Angesichts des Auftrags-Bestands von 36,7 Mrd. € halten wir das Ziel für realistisch. In Deutschland winken zudem Aufträge aus den angekündigten Infrastruktur-Programmen.

Kurstreiber des vergangenen Jahres waren neben operativen Fortschritten auch Aktienrückkäufe. Bis Mitte März wurden weitere 0,95 Mio. Aktien zurückgekauft.

Werden diese und die eigenen Aktien eingezogen, steigt der Anteil des Großaktionärs ACS automatisch auf mehr als 70%.

Schon im Oktober hatte sich ACS einen Großteil des Aktienpakets des Staatsfonds von Katar gesichert, der komplett bei Hochtief ausgestiegen ist.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass ACS in Zukunft weiter aufstocken und Hochtief eines Tages vollständig übernehmen wird.

Dividende als nette Beigabe

Wir finden die Aktie von Hochtief nicht uninteressant. Inwiefern der Wert allerdings ein Ersatz für echte Immobilien-Investments sein kann, muss angezweifelt werden.

Bei Aktien spielen immer auch die künftigen Erwartungen eine Rolle. Hochtief ist als Aktie gut aufgestellt, die Dividende von 1,8% ist eine nette Beigabe.

23. Mai 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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