Mehr Nische geht nicht

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Der Spezialfahrzeugbau hat Investoren in den vergangenen Jahren eine Menge geboten. Wir erklären, wie es heute um die Aktie von Rosenbauer steht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Es gibt Bereiche, in denen will niemand sparen. Beispielsweise bei der Ausstattung für die Feuerwehr. Auch wenn wir sie alle nur sehr selten brauchen. Kaum treten Katastrophen auf oder passieren Unfälle, sind die Helfer professionell zur Stelle. Spricht man mit Unfallbeteiligten, die aus einem Auto gerettet werden mussten, gilt der Respekt eigentlich immer dem grenzenlosen Einsatz der Helfer. Die Aktie von Rosenbauer ist auch so ein Helfer – im weitesten Sinne. Warum? Lesen Sie unsere Analyse und erfahren Sie mehr.

Die Rosenbauer International AG wurde 1886 gegründet und gehört weltweit zu den 3 größten Herstellern von Feuerwehrfahrzeugen. Hauptkonkurrenten sind die US-Konzerne Oshkosh Truck und Federal Signal. Mit einer umfassenden Palette modernster Löschfahrzeuge, Hubrettungsgeräte sowie feuerwehrspezifischer Sicherheitsausrüstung deckt Rosenbauer das gesamte Spektrum der Branche ab. Das Unternehmen ist in 9 Ländern auf 4 Kontinenten vertreten.

Solides Ergebnis bei Rosenbauer

Rosenbauer erzielte in den ersten 9 Monaten 2018 einen Umsatz von 552 Mio €. Der Rückgang um 8,7% ist auf die erstmalige Anwendung von IFRS 15 zurückzuführen. Anders als in der Vergangenheit wird der Umsatz nicht mehr gemäß dem Abarbeitungsgrad gebucht, sondern erst mit der Produktauslieferung an den Kunden. Die Auslieferungen in einigen Ländern Asiens sowie Zentral- und Osteuropas waren rückläufig; der Nahe und Mittlere Osten, Westeuropa sowie der Stationäre Brandschutz verzeichneten dagegen höhere Volumina. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 17 Mio € klar über dem Vorjahreswert von 14,8 Mio €.

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Dazu haben eine starke Produktionsleistung mit einem hohen Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und eine gute Fixkostenabdeckung beigetragen. Der Auftragseingang ist mit 789,9 Mio € weiter gestiegen. Der Auftragsbestand zum 30. September 2018 erreichte mit 1,09 Mrd einen historischen Höchstwert. Mit diesem Auftragsbestand verfügt Rosenbauer über eine zufriedenstellende Auslastung der Fertigungsstätten sowie eine gute Visibilität in Bezug auf 2019.

Sollte man die Aktie jetzt neu kaufen?

Aufgrund des hohen Betriebskapitals – bedingt durch die hohen Vorräte – war der Cashflow negativ. Damit die angestrebte Geschäftsentwicklung eine solide finanzielle Basis hat, bleiben Effizienzsteigerung und Kostenreduktion unverändert im Fokus. Trotz des Margendrucks in den entwickelten Märkten rechnet Rosenbauer für 2018 mit einem Umsatz von rund 900 Mio € und einer EBIT-Marge von über 5%.

Die Zahlen sind und bleiben solide. Auch der Auftragsbestand spricht dafür, dass Rosenbauer auch weiter für Aktionäre eine gute Wahl bleibt. Ein neues Investment drängt sich aber nicht gerade auf. Auch die Dividendenrendite von 2,8% ist okay, aber auch nicht mehr. Warten Sie besser noch ab!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.