Meine aktuelle Einschätzung zum Goldpreis

Um den Goldpreis ist es ruhig geworden in den zurückliegenden Monaten.

Seit die im Januar 2016 gestartete Rallye im Oktober endete, hat sich das öffentliche Interesse merklich verringert. Doch hey:

Aus Erfahrung wissen wir, dass Märkte nicht selten gerade dann exzellente Chancen für den Anleger bieten, wenn die Börsen-Medien mal nicht exzessiv darüber berichten – so wie derzeit beim Gold.

Enorm wichtig: Die langfristige Chart-Konstellation

Daher schauen wir heute einmal auf die charttechnischen Perspektiven, die Ihnen der Goldpreis derzeit bietet.

Zuvor verschaffen wir uns indes noch einmal einen Überblick über die langfristige Chart-Situation:

goldpreis-in-usd-je-feinunze-wochen-chart_16-01-2017

Gold in USD / Feinunze: Langfristig abwärts, kurzfristig geringe Perspektiven

Im September 2011 markierte der Goldpreis bei 1.921 USD / Feinunze seine bis heute gültige historische Bestmarke. Seither bewegt sich der Kurs des gelben Metalls kontinuierlich abwärts.

Auf dem Weg zum bisherigen Tiefpunkt im Abwärtstrend – 1.046 USD im Dezember 2015 – wurden nacheinander die in den Jahren 2008, 2005 und 2001 begonnenen Aufwärtstrends verlassen.

Die blauen Kreise markieren die, aus charttechnischer Sicht, beim Bruch eines Trends zu erwartenden Pull-Backs (Rücksetzer) an die Ausbruchlinien. Gut zu sehen:

Die Rallye des Vorjahres ist somit tatsächlich als Rücksetzer an den Aufwärtstrend aus 2001 zu werten.

Wie stehen die kurzfristigen Chancen?

Diese langfristige Konstellation sollten Sie stets im Hinterkopf behalten, wenn es um eine mittelfristige oder kurzfristige Einschätzung geht:

Der seit 2011 gültige Abwärtstrend hat solange Bestand, bis der Goldpreis DEUTLICH über das Niveau von 1.400 USD klettert.

Auch wenn das gelbe Edelmetall durchaus für abrupte Bewegungen bekannt ist: Das Vorjahres-Hoch bei 1.375 USD / Feinunze (pinkfarbene Linie) stellt bis auf Weiteres einen schwer zu überwindenden Widerstand dar.

Im abgebildeten Wochen-Chart ist auch die Zweiteilung des Trend-Kanals prima nachzuvollziehen. Der gelbe Kreis hebt hervor, dass der Goldpreis aktuell an der Mittellinie des Trend-Kanals „anklopft“.

Indikatoren stützen das eher neutrale Bild

Um die Chancen eines Durchbruchs in die obere Hälfte zu beurteilen, schauen wir auf die Indikatoren 14-Wochen-Relative-Stärke Index sowie 50-Tage-Momentum.

In früheren Chartanalyse-Trends-Beiträgen hatten wir schon mehrfach erarbeitet, dass exzellente Kaufsignale häufig dann generiert werden, wenn BEIDE Indikatoren Trend-Brüche in derselben Richtung aufweisen.

Tatsächlich könnte der Relative Stärke Index (RSI) in den vor uns liegenden Wochen ein solches Kaufsignal ausbilden: Der Indikator hat soeben an einem seit dem Sommer 2016 gültigen Abwärtstrend angedockt.

Allerdings: NOCH ist ein solches RSI-Kaufsignal nicht existent!

Und da der genannte Abwärtstrend Teil einer seit Ende 2014 gültigen Seitwärts-Bewegung ist, sollten Sie dessen Bedeutung ohnehin nicht allzu hoch gewichten.

Damit nicht genug: Beim Blick auf das 50-Tage-Momentum fällt auf, dass dieser Indikator von einem ähnlichen Signal wie der RSI noch etwas weiter entfernt ist.

Fazit & Empfehlung

Fassen wir zusammen:

Der Goldpreis bewegt sich seit 2011 in einem Abwärtstrend. Seit dieser Zeit wurden sämtliche noch existenten Aufwärtstrends nach unten verlassen.

Das heißt: Der Goldpreis befindet sich in einem ernst zu nehmenden, langfristigen Abwärtstrend!

Ein Ende dieser Abwärts-Bewegung wäre erst bei Goldpreisen signifikant über 1.400 USD / Feinunze gegeben.

Somit und, solange dies nicht geschieht, stellt jeder Erholungsversuch des gelben Edelmetalls nichts anderes dar, als eine vorübergehende Gegenbewegung im langfristigen Abwärtstrend!

Derzeit „nagt“ der Goldpreis zwar wieder an der Mittellinie seines Abwärtstrend-Kanals:

Die Indikatoren Relative Stärke Index und Momentum signalisieren indes allenfalls geringe Unterstützung für ein bevorstehendes Kaufsignal.

Sie sehen: Auch ohne die Aufmerksamkeit der Börsen-Medien ist derzeit wenig los beim Gold!

16. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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