Meine DAX-Perspektiven für die nächsten Wochen

Fast 2 Jahre hat der DAX 30 benötigt, um wieder das Niveau seines am 10. April 2015 aufgestellten Rekordstandes von 12.390 Zählern zu erreichen.

Am Montag fehlten dann 15 Punkte für eine neue Bestmarke.

Am Donnerstag-Vormittag notiert der deutsche Leitindex nur noch um 12.150. Das erschwert einen neuen Rekordversuch.

Obendrein vollzog der Dow Jones gestern abend eine bemerkenswerte Kehrtwende:

Bemerkenswerte Kehrtwende beim Dow Jones

Bis 19.00 Uhr hatte der amerikanische Leitindex bei einem Stand von rund 20.860 Zählern noch 180 Punkte über dem Vortages-Schluss notiert.

Bis 22.00 Uhr schmolz dieses Polster komplett wieder dahin und der Dow Jones schloss gar 40 Punkte unter dem Stand vom Dienstag.

In meinem gestrigen Beitrag hatte ich für Sie die Aufwärts-Entwicklung beim Volatilitäts-Index VDAX untersucht:

Am Mittwoch hat der Indikator seinen Abwärtstrend vom Sommer 2016 nach oben durchbrochen.

DAX schon seit Montag in der Korrektur-Bewegung?

Fassen wir einmal zusammen:

Der DAX verfehlt ein neues Rekordhoch zu Wochenbeginn, nachdem er seit Mitte Februar eine vierfache Divergenz (Abweichung) zum Momentum ausgebildet hat.

Der VDAX hat seinen 9 Monate andauernden Abwärtstrend verlassen und der Dow Jones vollzieht im gestrigen Tagesverlauf eine bemerkenswerte Trend-Wende nach unten.

Das alles spricht nicht dafür, dass der DAX kurzfristig noch einmal einen Rekordversuch unternimmt.

Gut möglich, dass die Korrektur im deutschen Leitindex damit am vergangenen Montag begonnen hat.

Ihre charttechnischen Werkzeuge zur Korrekturziel-Bestimmung

Wenn wir das einmal als Ausgangslage unterstellen, dann können wir mit Hilfe der Charttechnik eine Vorstellung über wahrscheinliche Kursziele gewinnen.

Dazu bedienen wir uns charttechnischer Werkzeuge wie Unterstützungs- und Widerstands-Niveaus, Trend-Linien und natürlich den Fibonacci-Korrekturzielen.

Bei den Fibonacci-Korrekturzielen wird die Entfernung zwischen dem letzten bedeutsamen Tief und dem Hoch gemessen.

Die Korrekturziele beziehen sich somit auf diesen DAX-Anstieg um 2.201 Punkte von 10.174 auf 12.375.

dax_06-04-2017

DAX: Welche Korrekturziele sind wahrscheinlich?

DAX: Welche Korrekturziele sind wahrscheinlich?

Bevor wir über die Korrekturziele sprechen, noch ein Wort zu den grünen Trend-Linien:

Ausgehend vom Tief im Februar des vergangenen Jahres wurde der Aufwärtstrend des DAX immer steiler. Ich habe das durch den violetten Bogen zusätzlich visuell unterstrichen.

Auch dieser Punkt ist ein Argument PRO Korrektur.

Im Chart können Sie sehr gut ablesen, wie sich einige Fibonacci-Korrekturziele mit früheren Unterstützungs- oder Widerstands-Niveaus decken:

Dies gilt für die Korrekturziele 23,6% / 38,2% und 76,4%.

Entsprechend haben diese Marken eine vorrangige Wahrscheinlichkeit in einer Korrektur angelaufen zu werden.

Wenn Sie nun noch die Aufwärtstrend-Linien einbeziehen, dann ergibt sich auch hier die größte Wahrscheinlichkeit für die Fibonacci-Korrekturziele von 23,6% / 38,2% und 76,4%.

Die möglichen Kreuzungs-Punkte sind im Chart durch die roten Ringe gekennzeichnet.

Fazit und Empfehlung

Die charttechnischen Argumente dafür, dass sich der DAX seit Montag in einer Korrekturbewegung befindet, sind derzeit zahlreich und auch qualitativ hochwertig.

Unter Zuhilfenahme von Charttechnik-Werkzeugen wie Unterstützung, Widerstand, Trend-Linien und Fibonacci-Korrekturzielen lassen sich hohe Wahrscheinlichkeiten für 3 DAX-Niveaus ableiten:

  1. Das Mindest-Korrekturziel von 23,6% oder 11.856 Punkten (entspricht einem DAX-Rückgang um -4,2% vom Top) würde eher einer Konsolidierung entsprechen, die bis Anfang Juni andauern könnte. Angesichts der zurückgelegten Wegstrecke von 2.201 Punkten halte ich dieses Szenario für am wenigsten wahrscheinlich.
  2. Das mittlere Korrekturziel von 38,2% oder 11.534 Punkten (entspricht einem DAX-Rückgang um -6,8% vom Top) passt da schon besser in die Landschaft. Dieses Szenario würde eine relativ schnelle und scharfe Korrektur bis Ende April bedeuten.
  3. Das für mich wahrscheinlichste Szenario ist ein Rücksetzer auf 10.694 Punkte (entspricht einem DAX-Rückgang um -13,6% vom Top), also das Korrekturziel von 76,4%. Hier finden Sie eine sehr starke (pinkfarbene) Unterstützungs-Zone, die sich durch den langen Aufenthalt von August bis November 2016 ergibt.

Ganz nebenbei würde der DAX hier auf den ursprünglichen Aufwärtstrend vom Februar 2016 treffen.

Zudem wäre der zeitliche Rahmen für ein Auftreffen auf die Trend-Linie zwischen Mitte Juni und Mitte Juli dem vorausgegangenen Anstieg angemessen.

6. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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