Meinungsstudien taugen nichts: Der Beweis

Mit den Ergüssen der Meinungsforschungsinstitute gehe ich immer hart ins Gericht.

Ich nenne es oft „Lügen mit Zahlen“, spreche vom Lesen aus dem Kaffeesatz oder aus der Kristallkugel.

Vorsicht: Sie werden belogen!

Mit der obigen Zwischenüberschrift habe ich noch letzte Woche ein „Lügen mit Zahlen“ kritisiert. Zur Erinnerung, da ging es um ein Weglassen einer wichtigen Information, die mich zu diesem Schluss kommen ließ:

„Eine Änderung, die den Sinn verdreht. Die GfK stellt fest, dass es seit dem Vorjahr bergab geht. Die Medien schreiben Ihnen, dass es gut aussieht. ‚Lügen mit Zahlen’ heißt der Buchtitel, der mir da in den Sinn kommt.“

Meinungsumfragen taugen nichts: Politik zensiert

Am vergangenen Wochenende fand ich bei meinen Recherchen zum Wirtschaftsgeschehen „am Rande“ einen Bericht in „Spiegel online“, wo das Schlimmste mal wieder zwischen den Zeilen stand.

Vielleicht haben Sie es auch gehört oder gelesen: Es ging dabei um eine Studie zur Familienpolitik: Dort hat, so Spiegel online wörtlich, die Ministerin Schröder Forschungsinstitute zensiert. Der Kern der Aussage stand in diesen Zeilen des Spiegel:

„Eine Studie zur Familienpolitik kam zu dem Ergebnis, dass etwa das Kindergeld nur wenig bewirkt. Das passte offenbar der Familienministerin nicht. Beteiligte Forscher klagen, man sei gezwungen worden, die Darstellung der Ergebnisse zu ändern.“

So weit, so schlimm, wenn es denn so war. Dass die Politik vieles verschweigt oder unter den Tisch kehrt, ist bekannt. Da gibt es wohl die einzige Koalition, die alle Parteien umfasst.

Meinungsumfragen taugen nichts: Der Beweis

Uns wird erzählt, es handele sich bei diesen Studien und Umfragen um objektive Meinungen der Befragten, die sich aufgrund statistischer Auswahlverfahren hochrechnen lassen. Nun schreibt der Spiegel zur o.a. Studie:

„Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie das Ifo-Institut in München mussten ihre entsprechenden Presseerklärungen dem Ministerium vorlegen. In einem Fall sei die Veröffentlichung abgelehnt worden, in einem anderen seien kritische Sätze entfernt worden.“

Laut Spiegel hat „das Familienministerium mehrere wirtschaftswissenschaftliche Institute gezwungen, ihre Darstellung der Ergebnisse einer Studie zur Familienpolitik zu ändern.“

Jetzt kommt’s: ZEW-Forscher Holger Bonin sagte dem Spiegel, „dass man sich schließlich auf ‚eher inhaltslose’ Erklärungen geeinigt habe.“

Medien und Meinungsforscher haben den Auftrag objektiv zu recherchieren und zu berichten. Nur dann können wir ihnen glauben. Dass hier versucht wurde zu manipulieren, in diesem Fall von der vermutlich bald Ex-Ministerin Schröder, ist das eine.

Schlimmer aber ist, dass ein ZEW-Sprecher beiläufig erwähnt, man habe sich auf eine „eher inhaltslose Erklärungen geeinigt“.  Bitte beachten, er sagte: „geeinigt“.

Da wird also geforscht, es werden Meinungen erfragt, es wird eine Studie erstellt – und diese wird dann nach dem Willen des Auftraggebers formuliert. Passt es nicht, einigt man sich auf ein anderes (als das erfragte und erforschte) Ergebnis.

Beweis: ZEW-Sprecher Holger Bonin im Spiegel. „Setzen, sechs“, hieß es früher dazu.

Man vermutet es immer. Aber hier wird bewiesen:

Der ganze Mist, der von diesen Meinungstricksern veröffentlicht wird, gehört in den Müll und bedarf nicht Ihrer Aufmerksamkeit.

Zum guten Schluss: Heute vor 136 Jahren, also am 02.07.1877, kam der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse zur Welt. Er schrieb:

„Klugheit ist gut, Geduld ist besser.“

Klugheit und Geduld, so meine ich, ist noch besser. Und genau das und vieles mehr wünsche ich Ihnen.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

2. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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