Merck & Co: Der Pharmagigant ist wieder auf Wachstumskurs

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Merck & Co ist auf Wachstumskurs zurück. Dies verdankt der US-Konzern seinem innovativen Krebs-Medikament. (Foto: Sundry Photography / Adobe Stock)

Je größer Konzerne werden, desto niedriger fallen in aller Regel die Wachstumsraten aus – zumindest außerhalb der Technologiebranche. Doch manchmal gewinnt das Wachstumstempo solcher Dickschiffe wieder an Fahrt. Der US-Pharmagigant Merck & Co ist so ein Fall, wie die gerade veröffentlichten Quartalszahlen eindrucksvoll belegen.

Unternehmensportrait

Merck & Co. Inc. ist ein US-Pharmakonzern mit einem breiten Sortiment an Medikamenten und Impfstoffen. Schwerpunkte sind die Behandlung von Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Allergien, Atemwegerkrankungen, Infektionskrankheiten, Erkrankungen des zentralen Nervensystems sowie Hautkrankheiten. Rund 10% seiner Umsätze macht der Konzern zudem mit Produkten aus dem Bereich Tiergesundheit.

Seit einigen Jahren wieder auf Wachstumskurs

Die hohe Bedeutung der Biotechnologie für die Pharmabranche lässt sich am Beispiel Merck & Co gut illustrieren: Von 2011 bis 2015 kämpfte der Konzern mit rückläufigen Umsätzen in Folge auslaufender Patente und neuer Produkte der Konkurrenz. In den Folgejahren gelang Merck immerhin eine minimale Umsatzsteigerung, 2018 steigerte sich das Wachstum auf rund +5% pro Jahr und im abgelaufenen Quartal war es sogar wieder zweistellig.

Verantwortlich dafür ist der veränderte Fokus in der Forschung in Richtung Gentherapien sowie eine deutliche Erhöhung der Forschungsausgaben (von 7,5 Mrd. im Jahr 2013 auf 10,1 Mrd. im Jahr 2016). Mit Keytruda ist der Merck-Forschungsabteilung dabei der ganz große Wurf gelungen.

Top-Medikament Keytruda

Das umsatzstärkste Medikament von Merck ist Keytruda. Es hat seinen Umsatz in nur 2 Jahren von 1,2 auf 7,2 Mrd. US-Dollar mehr als verfünffacht. Bei Keytruda handelt es sich um einen sogenannten Checkpoint-Hemmer aus dem Bereich der Krebsimmuntherapie. Dieser greift Krebszellen nicht direkt an, sondern versetzt das körpereigene Immunsystem in die Lage, diese aufzuspüren und zu bekämpfen.

Keytruda ist bereits für die Behandlung von 15 verschiedenen Krebsarten zugelassen. In zahlreichen Studien wird derzeit die Ausweitung auf weitere Krebsarten vorangetrieben.

Starke Zahlen zum 2. Quartal

Im 2. Quartal liefen die Geschäfte für Merck & Co wie am Schnürchen. Der US-Konzern konnte die Analystenerwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn klar übertreffen. So kletterte der Umsatz um +12% auf 11,76 Mrd. US-Dollar (Prognose: 10,96 Mrd.) und der Gewinn um satte +56% auf 2,67 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie von 1,30 US-Dollar lag 14 Cent über den Erwartungen.

Wachstumstreiber war wieder einmal Keytruda mit +58% Umsatzsteigerung auf 2,63 Mrd. US-Dollar – und somit deutlich mehr als die prognostizierten 2,50 Mrd. US-Dollar.

Jahresausblick erneut angehoben

Wie schon nach dem 1. Quartal hob Merck & Co abermals seine Prognose für das Gesamtjahr an: Statt 43,9 bis 45,1 Mrd. sollen es nun 45,2 bis 46,2 Mrd. US-Dollar beim Jahresumsatz werden.

Aktie mit gutem Chancen/Risiko-Verhältnis

Merck & Co hat dank Keytruda derzeit einen schönen Lauf. Dies gilt auch für den Aktienkurs. Trotz der deutlichen Kursgewinne in den vergangenen beiden Jahren ist die Aktie jedoch noch recht günstig bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt gerade mal bei 17 und dürfte im kommenden Jahr auf 15 sinken. Daher bietet der Wert aktuell aus meiner Sicht ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Anleger.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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