Merkel: Die EU und den Euro retten um jeden Preis

Analyse Stift Hand Diagramm – shutterstock_414153883 everything possible

Die EU steht am Abgrund. Politisch und ökonomisch. Alternative Expertenvorschläge empfehlen den Austritt sowie die Rückkehr zur D-Mark. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die EU ist so gespalten wie nie zuvor. Vor allem wegen der Migrations- und Haushaltspolitik. Hinzu kommt die Unterteilung in reiche Nord- und arme Südländer, in Geber- und Nehmerstaaten. Und die Brüsseler Ambitionen, aus der Union einen wahren Superstaat zu machen.

Alle Zeichen stehen auf Sturm

Dabei steht es nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch nicht gut um die EU. Ich habe Ihnen bereits Alternativvorschläge aufgeführt, um diese samt ihrer Gemeinschaftswährung, dem Euro, zu retten.

Darunter auch unpopuläre, wie beispielsweise die 8 Punkte-Agenda des ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik Václav Klaus. Oder den 3-Punkte-Plan der ehemaligen finnischen Finanzministerin Jutta Urpilainen. Es gibt aber noch weitere.

Deutschland soll aus der EU austreten

Der Wirtschaftswissenschaftler Dirk Meyer, Inhaber des Lehrstuhls für Ordnungsökonomie an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, brachte sogar einen Austritt Deutschlands aus der EU ins Spiel. Ein solcher sei dann die „notwendige Krise zur weiteren konstruktiven Zukunft eines integrierten Europas“. Auch wenn dann die politische Währung Euro gescheitert wäre, um das Projekt Europa zu retten.

Teilung in nord- und südeuropäische Währungsunion

Meyer weiter: „Insbesondere die Gründung einer Nordeuropäischen (NEWU) und einer Südeuropäischen Währungsunion (SEWU) innerhalb der EU böte Chancen einer langfristig gedeihlichen und zukunftssicheren Entwicklung auf der Basis relativ homogener Währungsräume.“

Außerdem empfiehlt Meyer zum Euro eine Ergänzung durch eine nationale Parallelwährung, um die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder abzudämpfen. Diese hätte dann im Fall einer drohenden Euro-Inflation eine Wertsicherungsfunktion.

Alternative „Nord-Euro“

Ähnlich sah es auch der Publizist und Börsenmakler Dirk Müller, der eine Alternative in einem Austritt von Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Finnland aus der Euro-Zone sah.

Bulle Bär – dominic8 – shutterstock_218090794

Lindt & Sprüngli: Aktie und Schokolade ein GenussSchlussgong-Weihnachtsserie über börsennotierte Schokoladenhersteller. Teil 1: Schweizer Tradition von Lindt & Sprüngli. › mehr lesen

Daraus könnte eine homogene Währungsunion werden mit gemeinsamer Fiskal- und Steuerpolitik. „Dann hätten wir einen Nord-Euro oder eine Guldenmark“, so Müller weiter.

Höherer Lebensstandard für Deutsche durch Rückkehr zur D-Mark

Charles Dumas vom Londoner Wirtschaftsforschungsinstitut Lombard Street Research meinte, dass Deutschland zur D-Mark, die aufwertet wäre, zurückkehren sollte. Die Gewinne würden sinken, die Produktivität wachsen und das Realeinkommen steigen.

Wenn die Deutschen ihre überschüssigen Ersparnisse nicht den verschwenderischen EU-Krisenländern leihen müssten, hätten sie einen höheren Lebensstandard.

Rettung durch Währungswettbewerb

Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH, sah einen Ausweg in einem „Währungswettbewerb“, bei dem die Zahlkraftgesetze ausgehoben werden und der Euro das Privileg verliert, gesetzliches Zahlungsmittel zu sein.

Polleit: „Jeder kann das Geld nachfragen, das er als das beste erachtet, und jeder darf Geld anbieten.“ Egal ob Euro, US-Dollar, Gold oder Silber, das wertstabilste Geld soll sich dabei durchsetzen.

Dabei entscheidet der „Geldnachfrager“. Mit diesem „Mehr“ an Wahlmöglichkeiten beim Geld würde der Missbrauch mit der staatlichen Notenpresse am effektivsten verhindert.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
guido grandt neu
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.