Merkel und die EU sind gescheitert

Der jüngste G7-Gipfel wurde zum Supergau für Deutschland und die EU. Warum und weshalb, verraten wir Ihnen nachfolgend. (Foto: Allmy / Shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an den im Juni 2018 stattfindenden G7-Gipfel, an dem die Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA teilnahmen?

Bei diesem Treffen stand nämlich US-Präsident Donald Trump alleine gegen die übrigen Staats- und Regierungschefs.

Denn sein Vorschlag, Russland wieder mit an Bord zu holen sorgte bei dem Rest der Truppe für großen Unmut. Eine Ausnahme davon bildete lediglich der neue italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Trumps Feuer und Zorn

Doch auch aufgrund Trumps Strafzoll-Politik zeigten die Europäer Einigkeit, die ihnen jedoch nicht wirklich gut bekam. Wie Sie wissen brüskierte er den ganzen Verein damit, indem er seine Zustimmung zur G7-Abschlusserklärung per Twitter einfach wieder zurückzog.

Auslöser für Trumps Feuer und Zorn war eine Pressekonferenz von Kanadas Premier Justin Trudeau, in der er u.a. von illegalen und ungerechtfertigten US-Zöllen sprach und Vergeltungszölle ankündigte.

Trump dominiert alle

Jetzt wissen Sie im Groben und Ganzen, mit welchen Höhen und Tiefen der Gipfel in Kanada abgelaufen ist. Wie Donald Trump den Europäern – und dem Rest der Welt – gezeigt hat, wer wen dominiert.

Eine Klatsche für Merkel, Macron und Co., die angesichts der rigiden Handelspolitik des US-Präsidenten regelrecht und vergeblich, um Nachsicht gebettelt haben.

Hinzukommt, dass es auf die nun von Trump verhängten Strafzölle eine eher langsame Reaktion der EU gab. Und zwar mit der Verhängung von Gegenzöllen.

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Supergau für die EU

Washington triumphiert. Brüssel und Berlin klagen. So einfach ist das. Ein Supergau für die mehrheitlich auf dem G7-Gipfel vertretenen Europäer (Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland sowie ein EU-Sprecher).

Die zwei neben den USA noch anderen Gipfelteilnehmer, nämlich Japan und Kanada, gehen ohnehin zumeist ihren eigenen Weg.

Vorbei also sind die Zeiten, in denen dieser Gipfel als Verein zur Steuerung des Weltschicksals verstanden wurde. Vorbei mit Merkels – und damit Deutschlands – Dominanz. Ihre politische Durchsetzungsschwäche zerbrach unter Trumps Schuhsohlen.

Die Arroganz der Europäer

Das kommt nicht von ungefähr. Ein großer Fehler war die Arroganz der Europäer, Russland wegen des Krim-Konflikts aus der Gruppe der Mächtigen auszuschließen. Ebenso die gegen das Land verhängten Sanktionen, die gleichwohl die EU enorm schädigen.

Nicht zu vergessen: Die Krim ist immer noch russisch und wird es wohl auch in Zukunft bleiben.

Bald neue Weltmacht Iran?

Ganz abgesehen davon, dass es längst noch andere Player auf der Welt gibt, mit denen es die US-hörigen Europäer immer mehr verscherzen.

Russland wurde bereits genannt. Aber auch der Iran, der selbst Weltmacht werden will, wird in der Umklammerung Trumps immer mehr erdrückt. Dabei spielt das Land eine maßgebliche Rolle.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.