Metall/Stahl: Die Hamburger Kupferaktie gefällt mir am besten

Die beste Kupferaktie kommt von Aurubis. Doch nicht nur Kupfer profitiert vom Wirtschaftswachstun - auch Stahl vermeldet Gewinne. (Foto: Stoyan Yotov / shutterstock.com)

Insgesamt hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld aufgrund eines nach wie vor robusten Wachstums in den Emerging Markets weiter verbessert.

Der damit einhergehende Anstieg des Welthandels hat insbesondere in Deutschland zu einer überraschend starken konjunkturellen Dynamik geführt, während in anderen, weniger exportorientierten europäischen Ländern die wirtschaftliche Erholung deutlich langsamer voranschreitet.

Bezogen auf die wesentlichen Abnehmerbranchen der Stahlindustrie zeigt sich, dass sich vor allem in Europa Branchen wie Auto, Haushaltsgeräte und der Anlagenund Maschinenbau deutlich besser entwickeln als die von regionalen Investitionen abhängige Bauindustrie.

Dort scheint aber der Boden erreicht zu sein. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es auch hier eine leichte Erholung geben könnte. Hoffnung gibt es insbesondere für den besonders von der Krise betroffenen privaten Hausbau.

In den USA ist die Situation ähnlich, wobei sich hier die stärker als in Europa erwarteten Effekte aus den umfangreichen Konjunkturprogrammen bezogen auf den dadurch induzierten Stahlverbrauch nicht vollumfänglich realisiert haben.

Stahlnachfrage zieht an

Das verbesserte wirtschaftliche Umfeld führte weltweit zu einer stark erhöhten Stahlnachfrage. In den ersten sechs Monaten 2010 lag die Weltrohstahlerzeugung um 28% über dem äußerst niedrigen Vorjahresniveau.

China und Indien, die ihre Produktion um 21 bzw. 7% erhöhten, konnten an den Wachstumstrend vom Vorjahr anknüpfen.

In den übrigen Regionen waren die zum Teil noch deutlicheren Zuwächse die Gegenbewegung zu den drastischen Einbrüchen des Vorjahres.

In der EU wurden trotz eines Produktionszuwachses von 45% die Vorkrisenniveaus noch nicht ganz erreicht. Die deutschen Stahlwerke, die ihre Erzeugung im 1. Halbjahr um 64% auf annähernd 23 Mio Tonnen steigerten, profitierten in besonderem Maße von der ausgeprägten Exportorientierung ihrer Kunden. Gegen Ende des 2. Quartals gab die Stahlnachfrage leicht nach, und der Preisdruck erhöhte sich in vielen Regionen.

Nachdem in Europa zuletzt die positiven Impulse aus dem Lagerzyklus ausliefen und der reale Stahlverbrauch nur moderat zunahm, wurde hier der Aufwärtstrend bei den Stahlpreisen gestoppt. Bei unseren Stahlunternehmen ging es auch wieder bergauf.

Nach sechs verlustreichen Quartalen in Folge ist Salzgitter (5107) wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Bei ThyssenKrupp (5108) verzeichneten die meisten Geschäftsbereiche höhere Bestellungen. Das Anlegervertrauen in die Stahlwerte ist dennoch nicht zurückgekehrt. Die meisten Stahlaktien haben sich seit unserer letzten Besprechung schlechter entwickelt als ihr Vergleichsindex.

Der Kupfermarkt

Die Kupferpreisentwicklung verlief im 2. Quartal volatil. Nachdem im April – erstmals nach 20 Monaten – fast wieder die 8.000 $-Marke erreicht wurde, kam es in den folgenden Wochen zu einem Rückgang auf Notierungen um 7.000 $/t.

Anfang Juni setzte sich die Abwärtsentwicklung fort, fand jedoch bei etwa 6.500 $ deutliche Unterstützung. Während des gesamten 2. Quartals stand die Kupferpreisentwicklung unter dem Einfluss anhaltender Unsicherheit über den Konjunkturverlauf in Ländern mit großem Kupferbedarf.

Dies betraf insbesondere die Diskussion über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China. Hinsichtlich der Kupfernachfrage Chinas wurden rückläufige Importe von raffiniertem Kupfer als Indikation für eine geringere Wirtschaftsdynamik gewertet.

In der Metall- und Stahlbranche gefällt uns Aurubis (5105). Der Umsatz seiner Kupferprodukte stieg um 72% auf 4,7 Mrd €. Die Umsatzsteigerung resultiert aus gestiegenen Kupferpreisen und höheren Absatzmengen. Wir haben für Aurubis das Timing auf 4 Sterne erhöht.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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