Metro: Übernahme-Chance und Real-Verkauf als Kurstreiber  

Der deutsche Handelskonzern Metro will Real verkaufen und wird womöglich demnächst selbst aufgekauft. (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Die Metro-Aktie war in den ersten Monaten dieses Jahres kursmäßig eine der schwächsten Aktien aus dem MDax. Operative Probleme bei der deutschen Metro-Tochter Real und im Russland-Geschäft verhagelten die jüngsten Quartalsbilanzen. Trotz der dürftigen Zahlen war die negative Reaktion des Marktes aus meiner Sicht jedoch deutlich übertrieben.

Die günstige Einstiegsgelegenheit bei Metro (vor allem aufgrund der hohen stillen Reserven) rief dann auch den tschechischen Investor Daniel Křetínský auf den Plan, der sich über sein Unternehmen EP Global Commerce GmbH (EPGC) 7,3% der Metro-Anteile vom langjährigen Metro-Großaktionär Haniel sicherte.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass EPGC weitere 15,2% der Metro-Anteile bis zum 31. März 2019 über Call-Optionen erwerben kann. Diese Meldung sorgte bei Metro bereits für ein deutliches Kursplus.

Später wurde dann noch bekannt, dass Křetínský mit Ceconomy (ebenfalls Großaktionär der Metro AG) über den Verkauf der Metro-Anteile von Ceconomy verhandelt. Daraufhin schoss die Metro-Aktie zeitweise um fast 20% nach oben.

Kommt ein Übernahmeangebot für Metro?

Hintergrund: Wenn Křetínský und sein Partner Patrik Tkáč die Metro-Anteile von Ceconomy erwerben, würden sie, sofern sie später auch noch die restlichen Anteile der Familie Haniel über die Call-Optionen erwerben, auf über 30% der Metro-Anteile kommen und müssten dann ein Übernahmeangebot an alle Metro-Aktionäre vorlegen.

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Dann gab es noch Gerüchte, dass weitere Investoren mit Ceconomy über einen Verkauf der Metro-Anteile verhandeln würden. Unter anderem soll der chinesische Investor Fosun interessiert sein.

Allein der Wert des Immobilienportfolios von Metro, das zum Jahreswechsel mit 4,7 Mrd. Euro bewertet war, deckte zwischenzeitlich den Börsenwert der Metro AG ab. Da ist es aus meiner Sicht kein Wunder, dass sich neben einigen Value-Fonds auch verschiedene Investoren für Metro interessieren. Neben dem recht attraktiven Kurs-Buchwert-Verhältnis besteht auch noch die Chance auf einen operativen Turnaround.

Metro hat zuletzt bereits deutliche Fortschritte in Russland gemacht. Wenn das Russland-Geschäft in den kommenden Quartalen weiter in die Spur gebracht wird, sollte die Metro-Aktie auch ohne Übernahme mehr wert sein als heute.

Geplanter Real-Verkauf ist positiv zu bewerten

Auch die Tatsache, dass Metro das deutsche Sorgenkind Real verkaufen will (angeblich soll Amazon interessiert sein), ist positiv zu bewerten. Denn hier müsste nach einem erfolgreichen Verkauf nicht mehr auf einen operativen Turnaround gesetzt werden.

Zudem könnte sich Metro nach einem Verkauf von Real komplett auf das Großhandelsgeschäft fokussieren, was nach meiner Einschätzung von Vorteil wäre. Kurzum: Trotz des deutlichen Anstiegs der Metro-Aktie in den vergangenen Wochen, könnte es noch immer lohnend sein, hier einzusteigen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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