Metro-Aktie: Handels-Konzern enttäuscht mit schwachem Weihnachts-Geschäft

Die Meinung über den führenden internationalen Einzelhandels-Konzern gingen in den letzten Monaten stark auseinander:

Während einige Anleger die tiefgreifenden Restrukturierungs-Maßnahmen des Konzerns nicht würdigen, hatten sich zahlreiche wertorientierte Investoren 2016 bereits mit der Aktie eingedeckt.

Die mutigen Anleger, die sich gegen den Trend gestellt haben, können sich nun freuen. Denn mit einem Kurs-Plus von gut 25% auf 12-Monats-Sicht konnte die Aktie sogar den DAX leicht abhängen.

Jetzt hat der Handels-Riese seine Zahlen für das Weihnachts-Quartal vorgelegt, das unerwartet schwach ausgefallen ist. Eine negative Reaktion Aktie blieb dennoch aus.

Das könnte daran liegen, dass am heutigen Tag die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die geplante Aufspaltung des Konzerns abstimmen.

Gewinne sinken unter Vorjahres-Niveau

Trotz der Aufspaltungs-Pläne sollten Sie die aktuellen Zahlen nicht außer Acht lassen, hier sah es nämlich eher durchwachsen aus:

Im vergangenen Quartal bewegte sich der Umsatz mit 17 Mio. € (Vorjahr: 17,1 Mio. €) quasi nicht von der Stelle.

Und Metro konnte mit einem Vorsteuer-Ergebnis vor Sonderfaktoren von 821 Mio. € (Vorjahr: 828 Mio. €) die Erwartungen der Analysten nicht ganz treffen.

Diese waren im Vorfeld der Zahlen von einem Vorsteuer-Gewinn von 829 Mio. € ausgegangen. Beim Nettogewinn musste der Handels-Riese sogar einen Einbruch von 549 auf nur noch 200 Mio. € verschmerzen.

Aber der massive Rückgang ist einem Sonderevent zuzuschreiben: Im Jahr zuvor hatte der Verkauf des Großhandels-Geschäfts in Vietnam den Gewinn verzerrt.

Unterm Strich ist die Entwicklung enttäuschend und laut Firmenchef Olaf Koch dem anspruchsvollem Marktumfeld geschuldet.

Zugleich wurde der Großhandel durch Währungs-Effekte belastet.

Im Endkunden-Geschäft mit Media-Saturn kam es offenbar zu Verschiebungen der Weihnachtskäufe in den Januar, da das Geschäft immer mehr über Gutscheine abgewickelt wird.

Aufspaltung steht kurz bevor

Unterdessen befindet Metro kurz vor der Aufspaltung in einen Lebensmittel-Spezialisten und einen eine Gesellschaft für Unterhaltungs-Elektronik.

Stimmen die Aktionäre zu, dann wird der Lebensmittel-Handel rund um die Großmärkte und die Supermarkt-Kette Real abgetrennt.

So entsteht ein Unternehmen mit rund 37 Mrd. Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern.

Die Anteilseigner der vorherigen Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft im Verhältnis 1:1 erhalten. Für jede Metro-Stammaktie gibt es also eine Stammaktie des Lebensmittel-Händlers.

Der Elektronik-Händler Media-Saturn verbleibt bei der bisherigen Metro.

Diese Holding firmiert künftig unter dem Namen Ceconomy und kommt auf einen Jahres-Umsatz von rund 22 Mrd. € mit 65.000 Mitarbeitern.

Jahres-Prognose bestätigt

Die Kosten für die Aufspaltung beziffert der Konzern mit rund 100 Mio. €.

Da es nur wenige Überschneidungen der Geschäftsbereiche gibt, verspricht sich Metro durch den Schritt größere Wachstums-Chancen.

Unterdessen hält der DAX-Konzern an seiner Jahres-Planung fest.

Auf Basis der aktuellen Unternehmens-Struktur soll eine leichte Steigerung der Umsätze und des Vorsteuer-Ergebnis vor Sonderfaktoren erreicht werden.

6. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Richard Mühlhoff. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt