Metro Aktie nach Absturz: jetzt zugreifen?

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Ist die Metro Aktie nach -17% Kursverlust in 2 Tagen ein Kauf? (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Eine Gewinnwarnung ließ gestern den Kurs der Metro Aktie um fast -14% abstürzen.

Anlass waren das schleppend angelaufene Weihnachtsgeschäft und Währungseffekte.

Ganz offensichtlich schlägt die Schuldenkrise allmählich auch auf das Vertrauen der Verbraucher durch: Ihnen sitzt das Geld nicht mehr so locker in der Tasche, da die Zukunft – wieder einmal – einiges an Ungewissheit bietet.

-14% Tagesverlust. Und heute geht es noch einmal um -4% in den Keller. Das treibt die Schnäppchenjäger auf den Plan.

Doch ist die Metro Aktie jetzt wirklich ein Kauf?

Chartanalyse der Metro Aktie

Schauen wir gemeinsam auf die Charttechnik. Dazu beginnen wir wieder mit der höheren Zeitebene, dem Wochenchart (1 Kerze entspricht dem Handelsverlauf 1 Woche) und schließen daran die Analyse des Tagescharts an.

In beiden Charts habe ich außerdem die Indikatoren Momentum und RSI (Relative Stärke Index) eingeblendet sowie im Tageschart zusätzlich die 50- und 200-Tagelinie für den mittel- und langfristigen Trend.

Analyse des Wochencharts

Folgende Punkte können wir festhalten:

  • Im Kursverlauf sehen wir, dass sich die Metro Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend befindet (rote Linie), der bereits seit Dezember 2010 intakt ist. Die Jahreshochs im DAX, in dem Metro ja auch enthalten ist, gingen an dem Handelskonzern also völlig vorbei.
  • Der Abwärtstrend hat sich seit Mai 2011 sogar noch einmal dynamisiert (gestrichelte rote Linie).
  • Eine mittelfristige Gegenbewegung (grüne Linie) neigte bereits vor 2 Wochen zur Schwäche, als die Aufwärtstrend-Linie penetriert wurde.
  • Das Momentum hat schon im Februar 2011 ein Verkaufssignal (blauer Kreis) generiert, als die Aufwärtstrend-Linie nach unten durchbrochen wurde. Dieses Verkaufssignal ist seither intakt.
  • Der RSI wird wohl in dieser Woche ein Verkaufssignal ausbilden: Auch hier wurde die Aufwärtstrend-Linie nach unten verlassen (gelber Kreis). Allerdings: Die Woche ist noch nicht um – das Signal ist daher noch mit Vorsicht zu genießen.
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Fazit: Wenig Vertrauen erweckendes im Wochenchart. Die Aktie ist schon seit Ende 2010 im Abwärtstrend und dürfte soeben ihre Erholung im Baisse-Trend beendet haben. Momentum und RSI unterstützen diese Einschätzung.

Analyse des Tagescharts

Charttechnik Metro Aktie: Im Tageschart gleich 3 Verkaufssignale

Folgende Punkte können wir festhalten:

  • Die Erholungsbewegung aus dem Wochenchart sehen wir hier als Aufwärtstrend-Kanal (grüne Linien). Die untere Begrenzung wurde gestern verletzt und ist heute definitiv gebrochen.
  • Das 50-Tage-Momentum bestätigt den Bruch bereits per gestern (gelber Kreis).
  • Der RSI ist da weniger eindeutig. Hier kam es bereits am 22. November zu einem Bruch des Aufwärtstrends (grüner Kreis). Allerdings wurde durch den anschließenden Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend (rote Linie) ein Kaufsignal generiert.
  • Vergleichen wir beide Indikatoren, dann hätte das Verkaufssignal im RSI ignoriert werden können, da das Momentum ja einen weiterhin intakten Aufwärtstrend zeigte. Allerdings: Solche Divergenzen (Abweichungen) zwischen 2 Indikatoren sollten Ihnen eher ein Warnsignal sein. Sie zeigen nämlich, dass beide Indikatoren nicht mehr synchron laufen. (Dies war übrigens im Wochenchart ähnlich: Der RSI generierte ein Kaufsignal, obwohl das Momentum unverändert in einem Verkaufssignal war.)
  • Apropos Divergenz: Die blauen Kreise zeigen eine Divergenz zwischen Kursverlauf und Indikatoren wie aus dem Charttechnik-Lehrbuch! Der Kurs der Metro Aktie markierte im September 2011 ein tieferes Tief, während Momentum und RSI jeweils höhere Tiefs ausbilden. Ein schönes Kaufsignal!

Fazit: Mittel- bis langfristiger Abwärtstrend, Gegenbewegung im Abwärtstrend beendet, Verkaufssignale bei allen Indikatoren. Die künftige Tendenzrichtung der Aktie ist eigentlich vorprogrammiert: Süden.

Ein Schnäppchenkauf ist die Metro Aktie also nicht. Sie eignet sich derzeit wohl eher für Shorts. Wenn Sie darauf setzen mögen (und können), sollten Sie dies allerdings in eine Erholungsbewegung hinein tun. Die sollte es nach -17% Kursabschlag in den kommenden Tagen durchaus geben.

Dazu bieten sich beispielsweise 2 Varianten als Signalgeber an: Ein Pull-Back (Rücksetzer) an die untere Begrenzung des Aufwärtstrend-Kanals und / oder eine Aufwärtsbewegung im Momentum (vorzugsweise auch hier an die alte Aufwärtstrend-Linie, aber kein Muss).


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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