Metro-Aktie: Russland-Krise hat Konzern fest im Griff

Sie kennen Metro bestimmt als einen der führenden internationalen Einzelhändler. Der Konzern verfügt über eine sehr starke Marktstellung insbesondere in Osteuropa. Genau dies macht dem Konzern seit einigen Quartalen zu schaffen.

Aber wie läuft es eigentlich in den anderen Regionen und was plant der Konzern für die Zukunft? Der Aktienkurs konnte in den letzten beiden Monaten bereits von 23 Euro auf über 30 Euro zulegen. Worauf begründet sich der Optimismus der Anleger?

Russland-Geschäft sorgt weiterhin für hohe Unsicherheit

Im wichtigen Weihnachtsquartal hat die Rubel-Schwäche den Handelskonzern 60 Mio. Euro gekostet. Alleine im vergangenen Dezember war die Russische Währung um über 50% eingebrochen. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand sogar mit einer möglichen Belastung von 200 Mio. Euro.

Insgesamt 80 Märkte betreiben die Düsseldorfer in Russland und auch in der Ukraine ist Metro verteten. Der Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns liegt bei über 8%.

Der Konzern sieht sich dennoch auf Kurs. Ohne die Währungseffekte wäre sogar ein kleiner Ergebniszuwachs von 1% rausgekommen. Der Erfolg ging allerdings ausschließlich auf das Konto der Vertriebslinie Media-Saturn. Hier konnte das operative Ergebnis um 60 Mio. Euro auf 349 Mio. Euro ausgebaut werden.

Damit hat sich das ehemalige Sorgenkind zum Star im Portfolio des Konzerns gemausert. Positiv machte sich hier die Internet-Offensive bemerkbar. Die Umsätze im Online-Shop von Media Markt explodierten förmlich um 28% auf 500 Mio. Euro. Bald sollen 10% aus dem Online-Geschäft stammen. Das wären über 2 Mrd. Euro.

Die Warenhäuser Real und Galeria Kaufhof blieben hingegen weit hinter den Vorjahreswerten zurück. Auch der größte und wichtigste Ergebnislieferant Cash & Carry trat wegen der Rubelschwäche nur auf der Stelle.

Nettoverschuldung auf historischem Tiefstand

Hier macht Metro derzeit richtig Fortschritte. Die Nettoverschuldung wurde um 900 Mio. Euro auf nunmehr 1,5 Mrd. Euro abgebaut. Damit wurde der Schuldenberg in den letzten Jahren um 2,5 Mrd. Euro gesenkt. Dies verschafft der Metro wieder finanziellen Spielraum für Investitionen.

Kooperation mit Start-Up-Netzwerk geschlossen

Der Handelskonzern will gemeinsam mit der Start-up-Schmiede Techstars Gründungsideen fördern. Zum Start sollen 10 Firmen unterstützt werden. Der Schwerpunkt liegt in Technologieanwendungen für die Gastronomie.

Im Anschluss an die dreimonatigen Förderprogramme ist es denkbar, dass sich Metro direkt an den Firmen finanziell beteiligt.

Die starken Kursgewinne der letzten Monate haben bereits viel vorweggenommen. Jetzt muss Metro liefern. Die Konzernführung zeigt sich unterdessen optimistisch. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem leichten Umsatz- und Gewinnplus.

Da sich die Entwicklung in Russland allerdings nur schwer vorhersagen lässt, eignet sich die Aktie nur für spekulative Anleger. Ob die Innovationsoffensive in absehbarer Zeit einen positiven Beitrag liefern kann, steht ebenfalls in den Sternen.

17. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Richard Mühlhoff. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt