Metro-Aktie: Verkehrte Welt!

In einigen Bereichen gleichen die Aktienmärkte dieser Tage einem Kuriositätenkabinett. Die Entwicklung der Metro-Aktie ist ein Beispiel. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

In den vergangenen Tagen und Wochen standen die Aktienmärkte teils gehörig unter Druck. Ein drohender Handelskrieg, die Angst vor zu stark und zu schnell steigenden Zinsen in den USA und ein vergleichsweise lang andauernder Bullenmarkt sind die am häufigsten ins Feld geführten Argumente.

Ach ja… beinahe hätte ich ein weiteres Argument vergessen: Einige Ökonomen und andere Experten argumentieren, dass wir uns in einer späten Phase des konjunkturellen Aufschwungs befinden. Meine Einschätzung dazu: Korrekt! Wir werden in den kommenden 2-3 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit ein geringeres globales Wirtschaftswachstum sehen als im laufenden Jahr. Das ist aber nicht schlimm, da weniger Wachstum immer noch Wachstum ist.

Soweit so gut. Rein rational betrachtet müssten alle genannten Argumente, die die allgemeine Marktschwäche begründen sollen, dazu führen, dass Anleger sich vor allem von zyklischen Aktien (konjunkturabhängige Geschäftsmodelle) und von vergleichsweise hoch bewerteten Tech-Aktien trennen.

Im Tech-Sektor gibt es aus meiner Sicht teilweise geradezu astronomische Bewertungen. Wenn es an den Märkten stärker wackelt – und damit meine ich nicht den „Kinderkarneval“, der sich in den vergangenen Wochen abgespielt hat – werden wir in diesem Bereich ein regelrechtes „Blutbad“ sehen.

Metro: Aus meiner Sicht zu Unrecht unter Druck

Kommen wir nun zu meinem eigentlichen Thema für heute: der Metro-Aktie. Interessanterweise war die Metro-Aktie in den vergangenen Tagen einer der größten Verlierer im MDax. Warum? Einen vernünftigen Grund dafür kann ich Ihnen nicht nennen!

Denn die Metro-Aktie wird gemessen an den Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr mit einem KGV von knapp unter 10 bewertet. Darüber hinaus ist die Metro AG in einem nicht-zyklischen Geschäft (Handel mit Lebensmitteln) tätig. Kommt es zu einem konjunkturellen Abschwung, wird dennoch gegessen und getrunken. Das sollte ziemlich sicher sein.

Darüber hinaus verfügt Metro über hohe stille Reserven in der Bilanz und über ein Russland-Geschäft, das aktuell quasi mit Null bewertet wird. Der Grund dafür: Seit die Russen auf der Krim einmarschiert sind und die EU in der Folge Sanktionen verhängte, schwächelt das Geschäft in Russland.

Hellt sich die Lage in Russland wieder auf, muss das Russland-Geschäft neu bewertet werden. Das ist ein zusätzlicher potenzieller Werttreiber für die Metro-Aktie. Geradezu absurd ist es, dass in dieser Woche zwei Analysten ihre Kursziele für Metro gesenkt haben, weil sie das Russland-Geschäft nun negativer bewerten.

In Russland lief es für die Metro AG zuletzt so schlecht, das ich mich frage, was dort zukünftig noch schlechter laufen kann? Es kann im Prinzip nur besser werden. Außerdem sprechen – wie eingangs erwähnt – sämtliche Gründe, die die allgemeine Marktschwäche rechtfertigen sollen, für den Kauf defensiver, nicht-zyklischer und günstig bewerteter Aktien. All das trifft auf die Metro-Aktie zu.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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