Metro: Details und Hintergründe zur Aufspaltung

Jetzt ist es amtlich: Der ehemalige DAX-Konzern Metro wird aufgeteilt.

Bereits Ende März des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Metro-Chef Olaf Koch den deutschen Handels-Riesen in 2 Teile aufspalten will – einen Lebensmittel- und einen Elektronik-Händler.

An der Börse kam diese Ankündigung gut an:

Sowohl die Stamm- als auch die Vorzugsaktie von Metro legten unmittelbar im Anschluss daran 2-stellig zu. Insgesamt haben die Metro-Aktien seither um rund 25% zugelegt.

Von der Aufspaltung verspricht sich das Metro-Management nach Jahren der Stagnation endlich wieder ein nennenswertes Wachstum.

Olaf Koch warb jetzt auf der Metro-Hauptversammlung erfolgreich für sein Vorhaben, den Metro-Konzern aufzuspalten.

Zwar gab es bereits im Vorfeld der Hauptversammlung kaum einen Zweifel daran, dass die Metro-Aktionäre für diesen Plan stimmen würden.

Dennoch musste diese formale Hürde erst noch genommen werden – jetzt ist es also offiziell.

Kommen wir nun zu den Gründen für die Aufspaltung:

Die Gründe für die Aufspaltung

Metro-Chef Olaf Koch verspricht sich von der Aufspaltung in 1. Linie mehr Wachstum und einen höheren Börsenwert.

Er sieht also zum einen bessere Wachstums-Perspektiven für beide Teilkonzerne, wenn der Lebensmittel und der Elektronik-Handel getrennt marschieren.

Zum anderen ist davon auszugehen, dass der Börsenwert beider Teilkonzerne nach der Aufspaltung den jetzigen Börsenwert der Metro AG übersteigen wird.

Mehr Wachstum deshalb, weil die getrennten Unternehmen sich nach der Aufspaltung besser auf die jeweilige Kunden-Gruppe konzentrieren und dynamischer agieren können.

Mittelfristig soll der bereinigte Umsatz der beiden Teilkonzerne um mindestens 3% pro Jahr steigen.

Zum Vergleich: Im zurückliegenden Geschäftsjahr schaffte die Metro AG als Ganzes nur ein Umsatz-Plus von weniger als 1%.

Wie die Aufspaltung funktioniert

Derzeit vereint Metro unter einem Dach 2 Geschäftsbereiche, die im Prinzip wenig gemeinsam haben:

die Lebensmittel-Sparte mit den Metro-Großmärkten und den Real-Supermärkten auf der einen und die Elektronik-Sparte mit den Ketten Media Markt und Saturn auf der anderen Seite.

Nach der Trennung, die Mitte dieses Jahres erfolgen soll, werden beide Sparten eigenständige, börsennotierte Firmen sein und quasi getrennte Wege gehen.

Dabei behält die Lebensmittel-Sparte den Traditions-Namen Metro und die Elektronik-Sparte erhält den Kunstnamen Ceconomy.

Die Elektronik-Ketten selbst werden aber weiter unter den bisherigen Namen Media Markt und Saturn firmieren. Für Sie als Verbraucher ändert sich somit auf den 1. Blick nichts.

Für die Aktionäre ist die Aufspaltung von Vorteil

Für Metro-Aktionäre ist die geplante Aufspaltung meiner Ansicht nach von Vorteil.

Denn 1. sind die beiden zukünftigen Geschäfts-Einheiten, wie schon geschrieben, einzeln mehr wert als der gesamte Metro-Konzern aktuell.

2. gehe ich, wie auch Metro-Chef Olaf Koch, davon aus, dass sich die Aufspaltung positiv auf das operative Geschäft der beiden Teilkonzerne auswirken wird.

9. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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