Metro: Erfolgreiches Familienunternehmen

Nur rund ein Drittel der Metro-Aktien befinden sich im Streubesitz. Gibt es dann überhaupt einen Grund, an dieser Stelle zu berichten? Ich denke ja. Immerhin hat gestern Deutschlands größter Handelskonzern seine Zahlen vorgelegt.

Operativ läuft es bei Metro bestens. Umsatz und Konzerngewinn vor Steuern stiegen um gut 10%, der Gewinn auf 180 Mio. Euro, der Umsatz auf 15,6 Mrd. Euro.

Metro: Wem gehört das Unternehmen?

Wem gehört die Metro eigentlich? Inzwischen besitzt die Familie Haniel 34.24% der Anteile,  die Familie Schmidt-Ruthenbeck 15,77% und der Gründer Otto Beisheim 28,46%. Mit anderen Worten: Bei der Metro haben jetzt die Haniels das Sagen.

Diese haben sich mit den Schmidt –Ruthenbecks gegen Beisheim verbündet und ihren eigenen Mann an die Spitze des Unternehmens gesetzt. Haniel-Chef Eckard Cordes wird von Freitag an (am Donnerstag ist in Nordrhein-Westfalen Feiertag) die Geschicke der Metro führen.

Familienunternehmen wie Metro liegen im Trend

Es scheint einen Trend bei Deutschlands Großkonzernen zu geben: Zurück in den Schoß der Familie. Ähnliches beobachten wir gerade bei Volkswagen, bei dem sich die Familie Piech anschickt, das Ruder zu übernehmen. Das muss nicht schlecht sein.

Zahlreiche Studien sagen, dass Familienunternehmen zum großen Teil besser geführt sind als Aktiengesellschaften die zu 100% im Streubesitz sind. Die 100 wertvollsten deutschen Familienfirmen erwirtschaften  470 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigen rund 2 Mio. Mitarbeiter.

Bekannt sind auch in der Bundesrepublik viele erfolgreiche Gründergeschichten. In der 2. Generation kommt es oft  wegen der Nachfolge zu Konflikten in den Familienunternehmen.

Sind jedoch die ersten 3, 4 Generationswechsel erfolgreich überwunden, erweisen sich diese Firmen im Vergleich zu Publikumsgesellschaften als besonders stabil und erfolgreich. Das hat die WHU in Koblenz herausgefunden (die ironischerweise stark von Otto Beisheim finanziert wird).

Beobachten kann man den „Familien-Effekt“ zum Beispiel bei BMW. Der bayerische Autobauer steht deutlich besser da als sein schwäbischer Konkurrent Daimler.

Metro: Jahresumsatz von 27,7 Mrd. Euro

Sehen wir also beruhigt der Führung von Haniel bei der Metro entgegen. Die Haniel-Gruppe erwirtschaftet mit 55.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 27,7 Mrd. Euro. Z

u ihr gehören Unternehmen wie Celesio (Gehe/DocMorris) und Takkt (B2B-Versand). Die Haniels verstehen ihr Geschäft. Direkt beteiligen können Sie sich am Erfolg der Gruppe, wenn Sie sich die Unternehmensanleihen kaufen, die an der Börse Düsseldorf gehandelt werden.

31. Oktober 2007

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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