Metro: Erste positive Signale

Die Aktie des Metro-Konzerns ist in diesem Jahr alles andere als ein Überflieger. Die Schwäche der Metro-Aktie halte ich aber für übertrieben. (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Im März dieses Jahres habe ich Ihnen hier letztmals über die Metro-Aktie berichtet. Damals unter der Überschrift „Metro-Aktie: Verkehrte Welt!“ Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen, warum die Metro-Aktie in den Tagen und Wochen zuvor stark unter Druck geraten war. Eine Begründung wurde nachgeliefert: Metro kappte im April dieses Jahres die eigene Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018.

Was ist genau passiert? Metro hat am 20. April dieses Jahres mitgeteilt, dass man im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr mit einer Steigerung des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 10% rechne und auch das Umsatzwachstum nicht mehr bei mindestens 1,1% gesehen wird.

Stattdessen stellte das Metro-Management ein leichtes Plus beim EBITDA und ein Umsatzplus von mindestens 0,5% in Aussicht. Aus meiner Sicht unschön – aber kein Beinbruch. Der Markt hat mit seiner Reaktion völlig übertrieben. Die Metro-Aktie hatte ausgehend vom Jahreshoch schon 20% an Wert verloren, bevor die Gewinnwarnung veröffentlicht wurde.

Dass das Papier im Anschluss daran in der Spitze noch einmal rund 25% an Wert verloren hat, ist in meinen Augen ein Witz! Rational war der Kursrückgang jedenfalls nicht annähernd zu rechtfertigen. Daher kauften mehrere Value-Investoren und auch Metro-Chef Olaf Koch auf dem niedrigen Kursniveau große Mengen Metro-Aktien nach, statt sich von ihren bis dahin schon gehaltenen Papieren zu trennen.

Ein guter Schachzug – wie sich kürzlich zeigte. Denn nachdem Metro vor wenigen Wochen aktuelle Zahlen vorgelegt hat, zog die Aktie zweistellig an. Blicken wir nun auf die jüngsten Zahlen und im Anschluss daran erfahren Sie, wie es bei Metro aus meiner Sicht weitergeht.

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Aktuelle Zahlen im Überblick

Im zurückliegenden Quartal (das 3. Quartal des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres 2017/2018) schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,7%. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ohne Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen ging um ein Fünftel auf 302 Mio. Euro zurück.

Die Zahlen fielen damit allenfalls durchwachsen aus – befanden sich jedoch im Rahmen meiner Erwartungen und offensichtlich über den Erwartungen der meisten Analysten und Investoren. Ebenfalls positiv: Metro-Chef Olaf Koch machte im wichtigen russischen Markt erste Anzeichen einer Besserung aus, der Umsatz falle nicht mehr so rasant.

„Der Trend in Russland hat sich verbessert“, sagte Koch. Der Konzern habe dort Rückschläge einstecken müssen, doch nun sei das Quartal besser als erwartet ausgefallen. Nachdem Metro zuvor in Russland erhebliche Probleme hatte, musste der für dieses Geschäft verantwortliche Vorstand Pieter Boone gehen. Zudem wurde das komplette Management vor Ort umgebaut.

Darüber hinaus änderte der Metro-Konzern in Russland seine Sortiment- und Preispolitik. „Das zahlt sich aus“, sagte Koch. Aus meiner Sicht sind sowohl die zuletzt gezeigten operativen Fortschritte als auch die Erholungsbewegung der Metro-Aktie erst der Anfang. Für mich gehört die Metro-Aktie daher zumindest auf die Beobachtungsliste.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.