Metro: Es bleibt spannend

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Bei dem im MDax notierten Handelskonzern Metro tut sich weiterhin einiges. (Foto: FotograFFF / shutterstock.com)

Über den deutschen Handelskonzern Metro habe ich hier im Schlussgong einige Male berichtet. Schließlich ist auch einiges passiert. Im Frühjahr 2018 gab es eine Gewinnwarnung, woraufhin die Metro-Aktie deutlich absackte, dann stieg ein tschechischer Investor ein und es gab Übernahmegerüchte rund um Metro.

Danach folgte die Ankündigung, dass Metro die kriselnde Supermarkt-Tochter Real verkaufen will und das operative Geschäft des Metro-Konzerns erholte sich. Das zeigen übrigens auch die vor wenigen Tagen vorgelegten aktuellen Quartalszahlen.

Solide Quartalszahlen; Ausblick bestätigt

Der Handelskonzern Metro hat in der vergangenen Woche Zahlen für das zurückliegende Weihnachtsquartal vorgelegt. Positiv ist dabei vor allem, dass der flächenbereinigte Umsatz zugelegt hat und dass Metro den zuvor sehr negativen Trend in Russland verbessern konnte.

Wie Metro bereits im Januar mitgeteilt hatte, sank der Umsatz im zurückliegenden Quartal um 0,6% auf 8 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lagen die Erlöse allerdings mit 2,1% im Plus. In Russland ging der flächenbereinigte Umsatz zuletzt nur um 2,4% zurück. Die meisten Analysten hatten im Vorfeld mit einem Minus von 4% gerechnet.

Unter dem Strich fielen die Ergebnisse im Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 im Rahmen der Erwartungen aus. Darüber hinaus hat Metro im Rahmen der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen den Ausblick für das laufende Jahr noch einmal bekräftigt.

Die soliden Zahlen in Kombination mit dem bestätigten Ausblick sorgten dafür, dass die Metro-Aktie wieder über die 15-Euro-Marke klettern konnte. Dort konnte sie sich zwar nicht nachhaltig halten, das lag aber auch daran, dass am Montag die Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie vom Kurs abgeschlagen wurde (sogenannter Dividendenabschlag).

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Real-Verkauf als weiterer Kurstreiber

Neben den zuletzt soliden Zahlen, die einen operativen Turnaround mehr als angedeutet haben, gibt es weitere Kurstreiber. Einer dieser Kurstreiber ist der geplante Verkauf des Sorgenkinds Real (angeblich soll auch Amazon an einem Kauf interessiert sein).

Positiv an diesem Verkauf wäre die Tatsache, dass Metro dann nicht mehr auf bessere Zeiten bei Real hoffen müsste. Zudem könnte sich Metro nach einem Verkauf von Real komplett auf das Großhandelsgeschäft fokussieren, was nach meiner Einschätzung von Vorteil wäre.

In Sachen Real-Verkauf könnte es schon bald Neuigkeiten geben. Metro-Chef Olaf Koch sprach kürzlich von mehr als einer Handvoll Interessenten und davon, dass er bald unverbindliche Preisangebote erwarte. Bis Juni dieses Jahres hatte er sich ursprünglich mit dem Real-Verkauf Zeit gegeben.

Ein weiterer potenzieller Kurstreiber für die Metro-Aktie ist eine eventuelle Übernahme durch den tschechischen Großaktionär Daniel Kretinsky und seinen Partner Patrik Tkac. Möglicherweise wird es schon im März ein Übernahmeangebot geben.

Ebenfalls positiv ist die Tatsache zu werten, dass sich der chinesische Internet-Handelsriese Alibaba offenbar für eine Beteiligung am China-Geschäft von Metro interessiert. Laut dem Nachrichtendienst Reuters verhandelt Metro derzeit mit Alibaba.

Alles in allem könnten die Nachrichtenlage und die Perspektiven deutlich schlechter sein. Nach einigen schwachen Jahren deutet sich ein Comeback an der Börse an.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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