Mevis Medical: Aktie trotz rückläufiger Ergebnisse im Vorwärtsgang

Mit Software für bildbasierte Medizin wird die Bremer Software-Firma Mevis Medical Soluations zum Anleger-Liebling. Hier alle Infos dazu: (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Manchmal entwickeln sich Aktien völlig losgelöst von der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens, so auch bei der kleinen deutschen Software-Firma Mevis Medical Soluations.

In den vergangenen 3 Jahren kletterte der Aktienkurs um mehr als 140% nach oben – zugegeben: mit einem Börsenwert von 68 Mio. € ist die Bremer Firma immer noch ein Fliegengewicht.

Ausgründung der Uni Bremen

Der Ursprung der 1998 gegründeten MeVis Medical Solutions AG geht auf das Jahr 1992 zurück, in dem das CeVis (Center for Complex Systems and Visualization) an der Universität Bremen gegründet worden ist.

Die AG wurde mit dem Ziel gegründet, auf Basis der wissenschaftlichen Erfolge im Bereich der Forschung kommerziell erfolgreiche, krankheitsorientierte Produkte zu entwickeln und diese zu vermarkten.

Seit Gründung ist MeVis im Bereich der Computer-Unterstützung bildbasierter, medizinischer Diagnostik und Therapie tätig.

Führender Anbieter von Software für die bildbasierte Medizin

MeVis ist es gelungen, zu einem weltweit führenden Anbieter von Software-Lösungen für die bildbasierte Medizin aufzusteigen.

Im Zentrum stehen bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Ultraschall und Mammographie.

Gemeinsam mit Hologic und Siemens dominieren die Lösungen der MeVis heute dieses Segment. Darüber hinaus verfügt MeVis über eine breite Produktpalette neuer Produkte.

MeVis verfolgt eine Strategie der frühen Marktbesetzung in neuen Feldern der bildgebenden Medizintechnik. Im Fokus stehen dabei Produkte für Massenmärkte.

Dabei unterhält MeVis langfristige Kooperationen mit über 100 Kliniken und führenden Forschungszentren in Deutschland, Europa, den USA und Asien.

Steigender Umsatz, rückläufige Gewinne

Im 2. Quartal stieg der Umsatz bei Mevis Medical Solutions um 9% auf 4,22 Mio. € an.

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Auf Halbjahres-Basis verbesserte sich der Umsatz von 7,96 auf 9,76 Mio. €. Das Vorsteuer-Ergebnis sank auf Quartals-Basis um 41% auf 0,7 Mio. €.

An diesem Trend wird sich auch so schnell nichts ändern.

Denn zukünftig werden die Lizenz-Erlöse mit dem Hauptkunden aus der historischen Kooperation mit Hologic immer weiter sinken.

Hologic stellt seine Technologien auf eine eigene Software  um und MeVis agiert zukünftig lediglich als Zulieferer zu wesentlich verschlechterten Konditionen.

Warum die Aktie trotzdem nicht fällt

Die Stabilität der Aktie trotz rückläufiger Geschäfte hat einen historischen Grund.

Die VMS Deutschland Holdings GmbH, eine Tochtergesellschaft von Varian Medical Systems, wurde mit einem Anteil von ca. 73,5% Hauptaktionärin der MeVis.

VMS hatte im Januar 2015 ein Angebot für eine Übernahme bekannt gegeben, die Ende April 2015 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Anschließend einigten sich VMS und MeVis auf die Schließung eines Beherrschungs- und Gewinnabführungs-Vertrages.

Gemäß diesem Vertrag zahlt Varian jährlich eine Garantie-Dividende in Höhe von 0,95 € je Anteilsschein an die Mevis-Aktionäre.

Das entspricht einer Garantie-Dividende von 2,5%. Das ist der einzige Grund, der die Aktie hoch hält.

Denn fundamental rechnen einige Analysten mit einem Umsatz-Einbruch von 35% und einem Gewinn-Einbruch von über 80% in den kommenden beiden Jahren.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.