Microsoft-Aktie: Software-Riese reitet die Cloud-Welle

Der US-amerikanische Technologie-Riese Microsoft beeindruckt mit einer satten Gewinn-Verdopplung. Der Umbau trägt offenbar erste Früchte. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Viele Technologie-Riesen befinden sich im Moment im Wandel und versuchen ihre Geschäftsmodelle fit für die Zukunft zu machen, so auch der Software-Riese Microsoft.

Microsoft nach Umbruch wieder auf Kurs

Nach einem jahrelangen Umbau und zeitweilig stark einbrechenden Gewinnmargen ist der Technologie-Gigant wieder voll in der Spur.

Das belegen zumindest die gerade vorgelegten Geschäftszahlen – kein Wunder also, dass auch der Aktienkurs auf die gelungene Umstrukturierung positiv reagiert:

Um satte 150% kletterten die Papiere des mittlerweile 575 Mrd. Dollar schweren Unternehmens in den vergangenen 5 Jahren.

Alleine seit Jahresbeginn ging es um beeindruckende 18% nach oben.

Was sind die Gründe für den massiven Kurs-Anstieg? Lässt sich die positive Entwicklung in die Zukunft fortschreiben? Wie schätzen die Analysten die Aktie aktuell ein?

Cloud Computing sorgt für kräftigen Rückenwind

Microsoft-Firmenchef Satya Nadella dürfte sich jetzt die Hände reiben.

Denn er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Software-Riese seine Positionierung im Geschäft mit der sogenannten Cloud (Datenwolke) seit über 3 Jahren exzessiv vorantreibt.

Kennen Sie die Microsoft-Plattform Azure?

Diese Plattform ermöglicht es den Konzernen, ihre Informations-technik ins Internet zu verlagern und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Der Umsatz mit Azure hat sich im vergangenen Quartal fast verdoppelt (+97%).

Aber auch die Cloud-Version von Microsofts Büro-Software, Office 365, zeigte ein beeindruckendes Absatz-Plus von 43%.

Insgesamt fährt das Cloud-Geschäft mittlerweile einen Jahres-Umsatz von 18,9 Mrd. Dollar ein, wenn das Geschäft mit der gleichen Rate wie zuletzt weiter wächst.

Linked-In-Integration auf der Zielgeraden

Positiv machte sich auch das übernommene Geschäft des sozialen Karriere-Netzwerks Linked-In bemerkbar:

Immerhin erzielte der Zukauf zuletzt einen Umsatz in Höhe von 1,1 Mrd. Dollar.

Aber es gab eben auch Schattenseiten im Zahlenwerk: Das Geschäft mit Privatkunden und PC-Herstellern sackte mit einem Umsatz von 8,8 Mrd. Dollar weiter ab (-2,2%).

Auch die Hardware-Sparte Surface verlor 2%, während der Bereich „Enterprise Services“ auf Grund geringerer Wartungs-Verträge für Windows Server 2003 um 3% nach unten ging.

Gewinn steigt deutlich überproportional

Unter dem Strich erzielte Microsoft dennoch ein Umsatz-Plus von 13% auf 23,32 Mrd. Dollar im abgelaufenen Quartal.

Im Gegenzug explodierte der Nettogewinn mit einem Zuwachs von fast 100% auf 6,51 Mrd. Dollar. Damit erzielte der Software-Riese eine beachtliche Gewinnmarge von 27,9%.

Gut ist manchmal eben nicht gut genug

Zugegeben, die vorgelegten Zahlen waren trotz der Absatz-Schwäche beim Betriebssystem Windows geradezu ungewöhnlich stark.

Somit hätten sie eigentlich für eine deutlich positive Kursreaktion sorgen müssen.

Allerdings bremste die Finanz-Chefin Amy Hodd mit ihrer Prognose die Jubelstimmung der Anleger abrupt aus.

Denn das prognostizierte Umsatz-Plus von im Mittel 7% auf 23,6 – 24,3 Mrd. Dollar im laufenden Quartal war den erfolgsverwöhnten Aktionären offenbar nicht gut genug.

Diese waren im Vorfeld von 24,2 Mrd. Dollar Umsatz ausgegangen.

Analysten zeigen sich verhalten optimistisch

Die Analysten erwarten im laufenden Jahr einen Gewinn je Aktie von 3,03 Dollar. Im nächsten Jahr steigen die Gewinn-Erwartungen dann auf 3,32 Dollar je Anteilsschein.

Damit handelt die Aktie aktuell mit dem 22-Fachen der erwarteten Gewinne für das kommende Geschäftsjahr.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt 75,82 Dollar nur geringfügig über dem aktuellen Kursniveau (73,79 Dollar).

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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