Microsoft: Cloud-Geschäft befeuert Höhenflug des Technologiegiganten

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Softwaregigant im Höhenflug. Microsoft knackt nach starken Zahlen Börsenwert von 1 Billionen Dollar (Foto: mariakray/Shutterstock)

Nach beeindruckenden Zahlen zur Geschäftsentwicklung hat der Softwareriese Microsoft seinen Höhenflug ungebremst fortgesetzt. Die Aktie kletterte zeitweilig auf 131 Dollar und knackte damit erstmals den Börsenwert von 1 Billion Dollar. Damit ist Microsoft noch vor Apple das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt.

Alleine seit Jahresbeginn konnten Anleger mit der Aktie einen Gewinn von knapp 30% einfahren. Wer vor fünf Jahren schon auf die Transformation des Konzerns gesetzt hat, sitzt mittlerweile auf satten Buchgewinnen von deutlich über 200%.

Microsoft – viel mehr als nur Bürosoftware

Microsoft ist ein weltweit führender Hersteller von PC-Software und hat als solcher mit seinen Lösungen Standards gesetzt. Die Produktpalette des Konzerns erstreckt sich von Betriebssystemen (Windows) und Serversoftware über Anwendungsprogramme, Applikationssoftware (Office-Produkte) für Unternehmen und private Nutzer bis hin zu Unterhaltungsanwendungen auf mobilen und stationären Geräten.

Neben den Online-Diensten Bing und MSN Portals gehört auch Skype (Internet-Telefonie) und das soziale Netzwerk Linkedin zum Portfolio. Im Bereich Entertainment vermarktet Microsoft Produkte und Dienstleistungen rund um die Spielekonsole Xbox.

In den letzten Jahren hat der Konzern aber vor allem sein Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen in der Cloud (Wolke) kräftig ausgebaut.

Softwareriese meldet 14% Umsatzwachstum

Zum Jahresstart hätte es bei dem weltgrößten Softwareanbieter kaum besser laufen können. Denn trotz der Firmengröße erzielte Microsoft beeindruckende Zuwachsraten. So kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten auf 30,57 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 14,7% zum Vorjahresquartal. Die Analysten waren von den Wachstumsraten begeistert.

Beim Gewinn sah es nicht weniger imposant aus. Unter dem Strich erzielte Microsoft einen Gewinnanstieg um beinahe 19% auf 8,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Gewinnspanne von 28,78%.

Cloud-Geschäft sorgt für gewaltigen Rückenwind

Beim Blick in das Zahlenwerk wird ganz schnell deutlich, woher dieser enorme Schub kommt. Denn inzwischen erntet der Technologiegigant die Früchte seiner Neuausrichtung. Sie müssen wissen: Firmenboss Satya Nadella versucht den Konzern seit geraumer Zeit breiter aufzustellen und setzt stark auf das Cloud-Geschäft.

Inzwischen ist Microsoft mit seinem Cloud-Produkt Azure hinter Amazon der zweitgrößte Anbieter von Speicherplatz in der Datenwolke. Ein Ende des Booms ist momentan nicht in Sicht. Der Trend, dass Firmen immer mehr auf Cloud-Lösungen setzen anstatt auf eigene teure Rechenzentren, hält unverändert an.

Azure mit stolzen Wachstumsraten

Im letzten Quartal schoss der Umsatz der Cloud-Plattform um 73% auf 9,65 Milliarden Dollar nach oben. Insgesamt legte die Firmensparte „Intelligent Cloud“ (hierunter fasst der Konzern seine Server Produkte und Cloud Services) um 22% auf 9,65 Milliarden Dollar. Damit stammen inzwischen knapp ein Drittel der Gesamterlöse aus dem wachstumsstarken und hochprofitablen Cloud-Geschäft.

Nicht weniger beeindruckend verliefen die Geschäfte bei Software Abonnements „Office365 Commercial“ (+30%) und dem sozialen Netzwerk Linkedin (+27%). Insgesamt erzielte die Sparte ein Umsatzplus von 14% auf 10,2 Milliarden Dollar.

Fazit: Die Geschäfte der Technologieikone laufen derzeit auf Hochtouren. Lediglich die Umsätze mit Computerspielen lagen mit einem Plus von nur 5% unter den Erwartungen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kaufzurückhaltung auf den bevorstehenden Produkt-Release zurückzuführen ist. Die Anleger blicken ohnehin eher auf die Entwicklung im gewinnträchtigen Cloud-Geschäft. Auf Grund der anhaltend hohen Wachstumsdynamik dürften sich die Gewinnmargen auf Konzernebene in den kommenden Quartalen weiter verbessern. Daher zeigen sich auch die Analysten mehrheitlich positiv. Von 34 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, rät lediglich ein Banker zum Verkauf der Papiere. Der Rest stuft die Papiere als Kauf ein.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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