Microsoft: Softwaregigant bringt Zenimax-Übernahme über die Ziellinie

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Microsoft: Softwaregigant bringt 7,5 Milliarden Dollar-Deal mit Zenimax in trockene Tücher. Übernahme soll Wachstum auf lukrativem Spielemarkt weiter ankurbeln. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Es hatte einige Monate gedauert, doch jetzt ist es amtlich. Nachdem bereits im vergangenen September die Übernahme des Videospielespezialisten Zenimax über die Nachrichtenticker lief, hat nun auch die europäische Wettbewerbsbehörde grünes Licht für den Deal gegeben. Schon seit Jahren gilt der Markt für Videospiele als hochattraktiv. Im Zuge der Corona-Krise und des Social Distancing hat sich dieser Markt zur hochumkämpften Zone entwickelt. Dafür spricht auch die gestiegene Zahl an Firmenübernahmen. Mit dem milliardenschweren Zenimax-Zukauf will Microsoft in diesem Bereich das Wachstum weiter ankurbeln.

7,5 Milliarden Dollar-Deal geht über die Bühne

Dabei wurde der Deal von der Europäischen Union ohne weitere Auflagen genehmigt, da er nach Ansicht der Kommission keine Gefahr für den Wettbewerb auf dem aktuellen Markt darstellt. Mit dem Zukauf von Zenimax Media für 7,5 Milliarden Dollar stärkt der Software-Gigant Microsoft seine Gaming-Sparte rund um die Spielkonsole Xbox.

Zenimax Media ist die Muttergesellschaft des großen US-amerikanischen Spieleentwicklers Bethesda Softworks, das unter anderem für Spiele wie „Doom“, „Fallout“, „Skyrim“, „The Elder Scrolls“ und „Wolfenstein“ bekannt ist. Insgesamt beschäftigt die Firma 2.300 Mitarbeiter.

Keine großen Veränderungen geplant

Wenn man den Aussagen der Microsoft-Manager Glauben schenkt, dann stehen beim Objekt der Begierde erst einmal keine größeren Veränderungen ins Haus. Bethesda-Mitarbeiter sollen auch nach der Übernahme weitestgehend autonom in ihren Studios arbeiten können. Entlassungen und Umstrukturierungen sind nicht geplant, die einzelnen Entwicklerteams sollen weiterhin große Freiheiten genießen.

Ebenfalls unberührt bleiben die Bethesda-Pläne, die vor dem Deal in die Pipeline gelangten. Die Exklusivitätsverpflichtungen für die Playstation 5 für „Deathloop“ und „Ghostwire: Tokyo“ werden auch weiterhin eingehalten. Außerdem sollen auch Spiele wie „The Elder Scrolls: Online“ nicht davon beeinflusst werden, dass nun Microsoft ein Mitspracherecht innehat.

Erste bedeutende Spieleübernahme seit Majong

Für Microsoft ist der Zukauf nicht die erste Übernahme im Spielebereich, wohl aber der teuerste. Schon zu seinem Amtsantritts im Frühjahr 2014 hat Microsoft-Boss Satya Nadella den Spieleentwickler Mojang für 2,5 Milliarden Dollar geschluckt. Mojang hat das beliebte Spiel Minecraft entwickelt, das auf allen Plattformen in Summe über 200 Millionen Mal verkauft wurde und damit eines der meistverkauften Videospiel weltweit ist. Heute wird das Spiel auch für digitales Lernen eingesetzt.

Videospielmarkt mit hohen Wachstumsraten

Der Hintergrund des Deals liegt auf der Hand: Der Geschäftsbereich Gaming soll mit der Transaktion gestärkt werden. Im zurückliegenden Quartal (Oktober bis Dezember) erreichte die Gaming-Sparte bei Microsoft immerhin einen Umsatzplus von 51% und knackte erstmals die 5 Milliarden Dollar-Marke. Damit wird das Geschäft immer wichtiger.

Experten sehen weiteres Potenzial

Das Ende der Fahnenstange dürfte damit allerdings noch nicht erreicht sein. Analysten rechnen mit einem jährlichen Marktwachstum von 9,28% bis zum Jahr 2025. Dann könnte der Spielemarkt ein Marktvolumen von 220 Millionen Dollar erreichen.

Als besonders attraktiv gilt unterdessen der Markt für mobiles Gaming: Hiervon will Microsoft mit seinem eingeführten Spiele-Streaming-Dienst Project xCloud profitieren. Damit profitiert der Konzern direkt mit Googles Stadia und ermöglicht es den Benutzern, PC-Spiele auf Android-Geräten zu spielen.

Der Kampf um die Vorherrschaft auf dem lukrativen Spielemarkt dürfte sich auch nach der Zenimax-Übernahme nahtlos fortsetzen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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