Microsoft: Softwaregigant mit milliardenschwerem Zukauf in der Gaming-Sparte

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Microsoft hakt abgeblasenen Tik Tok-Deal ab und schaltet mit Zenimax-Übernahme in den Angriffsmodus : Software-Gigant blättert 7,5 Milliarden Dollar für Spielefirma auf den Tisch (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Schon seit Jahren gilt der Markt für Videospiele als hochattraktiv. Im Zuge der Corona-Krise und des Social Distancing hat sich dieser Markt zur hochumkämpften Zone entwickelt. Dafür spricht auch die gestiegene Zahl an Firmenübernahmen. Gerade hat der US-Softwareriese Microsoft für den Spielekonzern Zenimax Media eine milliardenschwere Offerte auf den Tisch gelegt.

Milliardenübernahme stärkt Gaming-Sparte

Mit dem Zukauf von Zenimax Media für 7,5 Milliarden Dollar stärkt der Software-Gigant seine Gaming-Sparte rund um die Spielkonsole Xbox. Zenimax Media ist die Muttergesellschaft des großen US-amerikanischen Spieleentwicklers Bethesda Softworks.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Washington, D.C. wurde 1999 gegründet und soll unter dem Konzerndach von Microsoft in seiner gewohnten Struktur und mit seinem bisherigen Führungsteam fortbestehen. Bekannt ist die Firma vor allem für die populären Spiele „Doom“, “Fallout” oder “The Elder Scrolls”. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 2.300 Mitarbeiter.

Die Übernahme muss noch von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Die Transaktion dürfte den Betriebsgewinn laut Konzernangaben lediglich „minimal“ beeinträchtigen.

Erste bedeutende Spieleübernahme seit Majong

Für Microsoft ist der Zukauf nicht die erste Übernahme im Spielebereich, wohl aber der teuerste. Schon zu seinem Amtsantritts im Frühjahr 2014 hat Microsoft-Boss Satya Nadella den Spieleentwickler Mojang für 2,5 Milliarden Dollar geschluckt.

Mojang hat das beliebte Spiel Minecraft entwickelt, das auf allen Plattformen in Summe über 200 Millionen Mal verkauft wurde und damit eines der meistverkauften Videospiel weltweit ist. Heute wird das Spiel auch für digitales Lernen eingesetzt.

Videospielmarkt mit hohen Wachstumsraten

Der Hintergrund des Deals liegt auf der Hand: Der Geschäftsbereich Gaming soll mit der Transaktion gestärkt werden. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete die Sparte bei Microsoft immerhin einen Umsatz von 11,58 Milliarden Dollar und wird damit immer wichtiger. Im zurückliegenden Quartal gingen die Umsätze rund um die Xbox mit einem Plus von 64% regelrecht durch die Decke.

Experten sehen weiteres Potenzial

Das Ende der Fahnenstange dürfte damit allerdings noch nicht erreicht sein. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise gehen Analysten von hohen Wachstumsraten im wichtigen Weihnachtsgeschäft aus. Die Experten von Newzoo rechnen im laufenden Turnus mit einem Wachstum der Branchenumsätze um 9,3 % auf knapp 160 Milliarden Dollar. Microsoft und Zenimax gehen in ihrer Mitteilung sogar davon aus, dass die 200-Milliarden Dollar-Grenze schon 2021 geknackt wird.

Microsoft mit neuem Streaming-Dienst

Als besonders attraktiv gilt unterdessen der Markt für mobiles Gaming: Hiervon will Microsoft mit seinem jüngst eingeführten Spiele-Streaming-Dienst Project xCloud profitieren. Project xCloud ist jetzt auf Android-Handys und -Tablets verfügbar.

Es konkurriert direkt mit Googles Stadia und ermöglicht es den Benutzern, PC-Spiele auf Android-Geräten zu spielen. Das Streaming von Spielen ist Teil des Spieledienstes Xbox Game Pass Ultimate von Microsoft, der für 14,99 Dollar pro Monat mehr als 150 Xbox-Spiele anbietet.

Der Kampf um die Vorherrschaft auf dem lukrativen Spielemarkt dürfte damit ungebremst in die nächste Runde gehen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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