Microsoft: Softwareriese auf Einkaufstour

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Microsoft stärkt mit einem Zukauf sein boomendes Cloud-Geschäft - das ist bereits die dritte Übernahme in knapp zwei Monaten. (Foto: Volodymyr Kyrylyuk / shutterstock.com)

Der US-Technologiegigant Microsoft setzt seine Shoppingtour ungebremst fort und meldet die dritte Übernahme in gerade einmal zwei Monaten. Die letzten beiden Deals fanden in nicht einmal einer Woche statt: Mit Metaswitch Networks setzt Microsoft auf einen britischen Virtualisierungsspezialisten. Der Kauf von Softomotive verstärkt hingegen den Konzern im Bereich der Roboter-Prozessautomatisierung. Beide Transaktionen haben eines gemeinsam. Sie machen deutlich, dass Microsoft hochinnovativ ist und nicht mehr viel mit dem verstaubten Anbieter von Bürosoftware und Betriebssystemen zu tun hat.

Eine Übernahme für die Cloud

Mit dem Zukauf von Metaswitch will Microsoft vor allem seine eigene Azure 5G-Strategie forcieren. Metaswitch Networks ist ein Anbieter von virtualisierter Netzwerksoftware sowie Sprach-, Daten- und Kommunikationslösungen für Netzbetreiber. Microsoft will durch die Annäherung von Cloud- und Kommunikationsnetzwerken profitieren und Netzbetreibern via Cloud-Infrastruktur mit der Software von Metaswitch Network anbieten. Der US-Softwarekonzern Microsoft hatte jüngst die Akquisition von Affirmed Networks abgeschlossen, was das Portfolio von Metaswitch an Cloud-nativer Kommunikationssoftware ergänzt.

Auch in der Automatisierung mischt Microsoft mit

Zudem erwirbt Microsoft die Roboter-Prozessautomatisierungsplattform (RPA) Softomotive, eine Plattform für die Automatisierung von Softwarerobotern. Softomotive soll in Zukunft Teil der Power Automate-Plattform von Microsoft werden. Der vor 15 Jahren gegründete Softomotive-Konzern bedient derzeit weltweit mehr als 9.000 Kunden und bezeichnet sich selbst als weltweit führenden Anbieter im Bereich der Automatisierung von Robotik-Prozessen.

Microsoft wird mit dem Zukauf die Funktionen zur Automatisierung von Low-Code-Roboterprozessen in Microsoft Power Automate erweitern. Kurz zum Hintergrund: Microsoft Power Automate dient zur Automatisierung von wiederkehrenden Aufgaben.

Microsoft trotzt der Krise…

Zuletzt liefen die Geschäfte bei Microsoft auf Hochtouren. Vor allem die Cloud-Dienste erfahren im Zuge der Corona-Krise ein gewaltiges Wachstum. Firmenboss Nadella sagte in einer Mitteilung mit Blick auf die Pandemie und die Auswirkungen auf seine Branche: „Wir haben digitale Transformation, die sonst zwei Jahre in Anspruch nehmen würde, innerhalb von zwei Monaten gesehen.“ Die jüngsten Quartalszahlen zeugen davon, dass dieses Wachstum bei weitem noch nicht gesättigt ist.

So kletterten die Cloud-Umsätze im 1. Quartal 2020 insgesamt um sage und schreibe 27% auf 12,28 Milliarden Dollar. Bei Microsofts Cloud-Flaggschiff, der Azure-Plattform für Unternehmen, schossen die Umsätze sogar um 59% nach oben. Insgesamt erzielte der Technologiegigant eine Umsatzsteigerung um 15% auf 35 Milliarden Dollar.

…..und lässt die Analystenschätzungen um Längen hinter sich

Mit dem dynamischen Umsatzwachstum konnte der Konzern die Schätzungen der Analysten um hohe 1,3 Milliarden Dollar übertreffen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Gewinnentwicklung: Unter dem Strich verbesserte sich der Nettogewinn um 22% auf 10,75 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,40 Dollar pro Aktie. Die Konsensschätzungen lagen im Vorfeld hingegen lediglich bei 1,27 Dollar je Anteilschein.

Damit scheint sich der strategische Schwenk hin zum Cloud-Konzern, den Microsoft-Chef Nadella vor rund sechs Jahren gestartet hat, langsam richtig auszuzahlen. Die starken Zahlen machen sich auch im Aktienkurs bemerkbar. Seit 2015 kletterte der Aktienkurs von 40 Dollar auf inzwischen 185 Dollar in die Höhe.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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