Milliardenofferte in Luxusgüterbranche: LVMH will Tiffany für 14,5 Milliarden Dollar schlucken

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Weltweite Nummer Eins der Luxusgüterbranche LVMH nimmt Edeljuwelier Tiffany ins Visier: 14,5 Milliarden Dollar-Deal soll Position in den USA stärken (Foto: TonyF3112 / shutterstock.com)

Die Nachricht kam wie ein Paukenschlag. Der Luxusgüter-Hersteller LVMH will den amerikanischen Edel-Juwelier Tiffany übernehmen und legt eine 14,5 Milliarden Dollar schwere Offerte auf den Tisch. Auch wenn sich Tiffany zu Beginn wenig erfreut zeigte, die Aktionäre bejubeln die Meldung und trieben die Aktie in der Spitze bis auf 130 Dollar nach oben. Damit schoss der Kurs 10 Dollar über den kolportierten Übernahmepreis hinaus. Offenbar gehen die Anleger davon aus, dass die Offerte für den durch den Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“ bekannten Schmuckhersteller weitere Bieter anlocken könnte.

Wer hinter LVMH steckt

LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton ist ein global agierender Luxusgüter-Konzern. Das Portfolio des Unternehmens besteht aus mehr als 60 Prestige-Marken aus den Bereichen Wein & Spirituosen, Mode & Lederwaren, Parfüm & Kosmetik sowie Uhren & Schmuck, die weltweit in eigenen Geschäften vertrieben werden. Dazu zählen neben Louis Vuitton und Moet Hennessy unter anderem auch Bulgari, Givenchy, Kenzo, Dior, Fendi, benefit, Donna Karan, Tag Heuer, Ebel oder auch Dom Perignon und Hermès. 2013 wurde das Portfilio zudem um den italienischen Kaschmirspezialisten Loro Piana erweitert. Darüber hinaus ist das Unternehmen als Kunstauktionator und im Verlagswesen tätig.

In den zurückliegenden Jahren lief es für den Konzern ausgesprochen gut. Seit 2011 verdoppelten sich die Erlöse auf 46,8 Milliarden Euro in 2018. Zugleich erhöhte sich der Gewinn auf 6,35 Milliarden Euro, was einer Gewinnmarge von 13,58% entspricht. Momentan liegt der Börsenwert von LVMH bei 194 Milliarden Euro.

Größter Zukauf der Konzerngeschichte

Jetzt hat die weltweite Nummer 1 der Luxusgüterbranche dem US-Juwelier­Tiffany ein unverbindliches Übernahmeangebot vorgelegt. Für die Franzosen wäre es die größte Akquisition seit der Konzerngründung 1987. Zuletzt hatte das Unternehmen für die restlichen Anteile von Christian Dior in 2017 die stolze Summe von 7 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Jetzt bietet der Konzern 120 Dollar je Tiffany-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 22% auf den Schlusskurs vor der Übernahmemeldung und bewertet Tiffany mit 14,5 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate beträgt der Aufschlag 35 %.

LVMH bietet den 24-Fachen Gewinn

Um die Offerte richtig einordnen zu können, lohnt ein Blick in die Bücher von Tiffany: Tiffany verbuchte 2018 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar und verdiente unter dem Strich 586 Millionen Dollar. Das Übernahmeangebot bewertet Tiffany also mit den 3,3-Fachen Umsatz und dem 24-Fachen Gewinn.

Ergänzen würden sich die beiden Firmen vor allem von der regionalen Aufstellung hervorragend. Der Juwelier machte zuletzt 44 % seines Umsatzes in Amerika. Der Luxusgüterriese kam hingegen nur auf einen Umsatzanteil von 24% in den USA, möchte dort aber stärker wachsen. Zudem ist Schmuck eines der wenigen Segmente im Luxusbereich, in dem LVMH nicht führend ist. Zusammen mit Tiffany und Bulgari würde der Konzern zu einem ernstzunehmenden Player im Schmuckgeschäft werden, auch wenn Richemont mit Cartier die weltweit bekannteste Marke hat.

Analyten applaudieren

Für die Analysten macht der Deal auf jeden Fall Sinn. LVMH würde die Schmuck- und Uhrensparte stärken, die zuletzt nur 9% zu den Konzernerlösen beigetragen hat. Manche Experten halten allerdings den Preis der Offerte zu niedrig. Tiffany ist die einzige globale amerikanische Luxusmarke und könnte daher weitere Käufer anlocken, so ein Analyst.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.