LVMH will Tiffany für 15,7 Milliarden Dollar schlucken

Tiffany Ringe

Eine Milliardenofferte wirbelt die Luxusgüterbranche durcheinander: LVMH will Tiffany für 15,7 Milliarden Dollar schlucken. (Foto: graceliuphotos / Shutterstock.com)

Der Kampf um den Edel-Juwelier Tiffany geht in die nächste Runde. Im Oktober hatte der Luxusgüter-Hersteller LVMH bereits eine 14,5 Milliarden Dollar (120 Dollar je Aktie) schwere Offerte auf den Tisch gelegt und die Anleger in Feierlaune versetzt. Auch wenn sich Tiffany zu Beginn wenig erfreut zeigte, die Aktionäre haben die Meldung bejubelt und den Kurs zwischenzeitlich deutlich über das Niveau des Angebots getrieben.

Die Anleger spekulierten drauf, dass die Offerte für den durch den Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“ bekannten Schmuckhersteller weitere Bieter anlocken könnte. Das ist zwar noch nicht der Fall, aber vorsorglich hat der Interessent LVMH gerade sein Angebot um 10 Dollar auf 130 Dollar je Aktie nach oben geschraubt.

Wer hinter LVMH steckt

LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton ist ein global agierender Luxusgüter-Konzern. Das Portfolio des Unternehmens besteht aus mehr als 60 Prestige-Marken aus den Bereichen Wein & Spirituosen, Mode & Lederwaren, Parfüm & Kosmetik sowie Uhren & Schmuck, die weltweit in eigenen Geschäften vertrieben werden.

Dazu zählen neben Louis Vuitton und Moet Hennessy unter anderem auch Bulgari, Givenchy, Kenzo, Dior, Fendi, benefit, Donna Karan, Tag Heuer, Ebel oder auch Dom Perignon und Hermès. 2013 wurde das Portfilio zudem um den italienischen Kaschmirspezialisten Loro Piana erweitert. Darüber hinaus ist das Unternehmen als Kunstauktionator und im Verlagswesen tätig.

In den zurückliegenden Jahren lief es für den Konzern ausgesprochen gut. Seit 2011 verdoppelten sich die Erlöse auf 46,8 Milliarden Euro in 2018. Zugleich erhöhte sich der Gewinn auf 6,35 Milliarden Euro, was einer Gewinnmarge von 13,58% entspricht. Momentan liegt der Börsenwert von LVMH bei 194 Milliarden Euro.

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Diese zwei Luxus-Unternehmen bestechen durch eine starke MarkeLVMH und Burberry bestechen durch starke und etablierte Marken, vor allem in Europa. Beide Unternehmen wollen aber auch das Asiengeschäft weiter ausbauen. › mehr lesen

Größter Zukauf der Konzerngeschichte

Für die Franzosen wäre es die größte Akquisition seit der Konzerngründung 1987. Zuletzt hatte das Unternehmen für die restlichen Anteile von Christian Dior in 2017 die stolze Summe von 7 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Jetzt bietet der Konzern 130 Dollar je Tiffany-Aktie.

LVMH bietet den 24-Fachen Gewinn

Um die Offerte richtig einordnen zu können, lohnt ein Blick in die Bücher von Tiffany: Tiffany verbuchte 2018 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar und verdiente unter dem Strich 586 Millionen Dollar. Das Übernahmeangebot bewertet Tiffany also mit den 3,57-Fachen Umsatz und dem 27-Fachen Gewinn.

Ergänzen würden sich die beiden Firmen vor allem von der regionalen Aufstellung hervorragend. Der Juwelier machte zuletzt 44 % seines Umsatzes in Amerika. Der Luxusgüterriese kam hingegen nur auf einen Umsatzanteil von 24% in den USA, möchte dort aber stärker wachsen. Zudem ist Schmuck eines der wenigen Segmente im Luxusbereich, in dem LVMH nicht führend ist. Zusammen mit Tiffany und Bulgari würde der Konzern zu einem ernstzunehmenden Player im Schmuckgeschäft werden, auch wenn Richemont mit Cartier die weltweit bekannteste Marke hat.

Nix genaues weiß man nicht

Offizielle Stellungnahmen oder Einschätzungen zu dem Deal gibt es bislang nicht. LVMH wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen, bei den Amerikanern war zunächst auch niemand zu erreichen. Insider berichten nur, dass es bislang keine endgültige Entscheidung gebe und die Verhandlungen auch noch scheitern könnten. Ein Rest Skepsis scheint auch bei den Anlegern noch mit von der Partie zu sein. Mit knapp 127 Dollar notieren die Tiffany-Papiere momentan unter der gerade nachgebesserten Offerte.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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