Millionenstrafe für Ryanair – Der Pressespiegel

Hackerangriff auf Adobe. Der US-Softwarehersteller Adobe ist Opfer eines massiven Cyber-Angriffs geworden.

Die Hacker konnten offenbar Passwörter und Kreditkarteninformationen von knapp 3 Millionen Kunden erbeuten sowie Quellcodes mehrerer Adobe-Programme.

Die betroffenen Nutzer sollen nun kontaktiert und informiert werden, die Passwörter wurden automatisch zurückgesetzt. Der Angriff ereignete sich offenbar bereits im August, wurde aber erst jetzt bekannt. (SPON)

Standpunkt: Gerade für ein Softwareunternehmen ist es eine pikante Angelegenheit, wenn es Hackern gelingt, ins eigene System vorzudringen und nicht nur Kundendaten, sondern auch Quellcodes zu erbeuten.

Beides könnte Adobe empfindlichen Schaden zufügen. US-Anleger reagierten am Freitag dennoch gelassen: Nach einem kurzen Tief kletterte die Aktie letztendlich um knapp 1,4 Prozent ins Plus.

Verdi droht Amazon mit Weihnachtsstreik. Im Tarifstreit mit dem Versandhändler Amazon droht die Gewerkschaft Verdi nun mit Arbeitsniederlegungen in der Vorweihnachtszeit.

In Leipzig und Bad Hersfeld war es in den vergangenen Monaten bereits zu Streiks gekommen, womöglich will Verdi künftig weitere Standorte in Deutschland mit einbeziehen.

Die Arbeitnehmervertreter fordern Tarifverträge nach dem Vorbild des Einzel- und Versandhandels, während Amazon die Logistikbranche als Maßstab betrachtet, in der geringere Löhne gezahlt werden. (FAZ)

Standpunkt: Gerade im Weihnachtsquartal schießt der Umsatz bei Amazon nach oben, zahlreiche Saisonarbeiter werden benötigt, um die immens hohen Auftragseingänge in den Wochen vor dem Fest abzuarbeiten.

Für Verdi könnte das Fluch und Segen zugleich sein – einerseits trifft ein Streik den Versandhändler in der Vorweihnachtszeit besonders hart, andererseits könnten einfach zusätzliche Saisonkräfte angeworben werden, um die Ausfälle aufzufangen.

Eine Einigung ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht. Amazon-Anleger reagierten vorerst gelassen, die Aktie behauptete sich zum Wochenausklang im Plus.

Ryanair: Millionenstrafe in Frankreich. Die Billigairline Ryanair ist wegen Verstößen gegen das französische Arbeits- und Sozialrecht zu einer Zahlung von 10 Millionen Euro Schadenersatz sowie 200.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die irische Fluggesellschaft hatte von 2007 bis 2011 nahe Marseille eine Niederlassung mit rund 130 Beschäftigten unterhalten, für diese aber nie in Frankreich Sozialabgaben entrichtet.

Die Mitarbeiter waren stattdessen in Irland gemeldet. Ryanair hat angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Aus Sicht der Airline sei die Beschäftigungspraxis legal. (SZ)

Standpunkt: Das dürften die französischen Gerichte anders sehen. Da die Mitarbeiter in Frankreich gelebt haben, hätte für sie auch in die dortigen Sozialsysteme eingezahlt werden müssen.

Die Umgehungstaktik erinnert an die Steuervermeidungspraxis zahlreicher Konzerne. Vor allem US-Unternehmen unterhalten ihre Europazentrale häufig an Standorten mit geringen Abgaben, um auf diese Weise hohe Steuern zu vermeiden.

Noch ist das legal, wenn auch höchst ärgerlich für die betroffenen Staaten. Die Ryanair-Aktie ging nach dem Urteil übrigens in den Sinkflug, am Freitag verlor sie mehr als 2 Prozent.

7. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt