Minen polieren die Bilanzen auf

Bei der aktuellen Panik an den Märkten rücken die fundamentalen Daten der Unternehmen klar in den Hintergrund.

Doch gerade jetzt ist es spannend hier mal wieder genauer hinzuschauen. Die meisten der großen Minenwerte haben jetzt die Bilanzen zum 1. Halbjahr 2015 vorgelegt.

Diese Zahlen sind sehr gemischt ausgefallen – doch bieten die Bilanzen auch Anlass für vorsichtigen Optimismus.

Genau den sieht auch mein Kollege Oliver Groß vom Börsendienst „Der Rohstoff-Anleger“.

Er hat die Bilanzen der großen Minenwerte analysiert und einige interessante Schlussfolgerung dazu parat, die ich Ihnen heute vorstellen möchte:

Zunächst hat Groß die Bilanzen der Top-Goldproduzenten unter die Lupe genommen. Beispielhaft steht hier die Bilanz von Barrick Gold, der globalen Nr. 1 bei den Goldproduzenten:

Das Unternehmen hat im 1. Halbjahr einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen von 725 Mio. Dollar erzielt.

Der operative Cashflow erreichte 525 Mio. Dollar und die Schulden wurden im 1. Halbjahr um 250 Mio. Dollar gesenkt

Die Verkäufe von Projekten und anderen Assets brachte 2,45 Mrd. Dollar und lag damit im Plan. Weitere 240 Mio. Dollar an Einsparungen werden für 2015 prognostiziert.

Barrick Gold senkt die Kosten deutlich

Barrick Gold schaffte es zudem, die Gesamt-Förderkosten (ohne Zinszahlungen) weiter zu senken. Die Prognose für 2015 sieht jetzt einen Zielkorridor zwischen 840 und 880 Dollar pro Unze vor.

„Sollte dies gelingen, hätte das positive Auswirkungen auf den operativen Cashflow, der aktuell so elementar wie selten zuvor in der Geschichte ist“, so Oliver Gross in seiner Analyse.

Noch belastet Barrick Gold eine Schuldenlast von über 10 Mrd. Dollar, was sehr hohe Zinszahlungen nach sich zieht. Für Oliver Gross steht daher fest: „Barrick Gold muss einen Fokus auf die Bilanzlage legen.“

Nach der weiteren Analyse der maßgeblichen Produzenten hat Oliver Gross das folgende Fazit gezogen:

„Die Goldkonzerne geben auf den elementaren Kosten-, Bilanz- und Management-Seiten gewiss keine schlechte Figur ab und machen in einigen Bereichen große Fortschritte. Diese werden sich mehr und mehr auszahlen.

Aktuell werden die Fundamental-Daten aufgrund der Panik und der irrationalen Crash-Phase (so ist es immer in großen Panik-Phasen!) komplett ausgeblendet.

Mittel- bis langfristig jedoch werden die fundamentalen Zahlen und Fortschritte wieder in den Fokus rücken und dann werden auch die Aktienkurse entsprechen reagieren.“

Diese Analyse gibt doch klare Anzeichen für Hoffnung. Doch dafür muss sich die Marktstimmung für die ganze Branche deutlich verbessern.

26. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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