Minen-Bilanzen: Diese Kennziffer sollten Sie kennen

Der Blick auf die Goldminen-Aktien ist immer wieder spannend.

Bewertung von Minen-Aktien läuft anders

Allerdings muss Ihen als Investor hierbei eine Sache vollkommen klar sein: Für die Bewertung von Minen-Aktien gelten andere Regeln als bei vielen anderen Branchen.

So gibt es sicherlich auch die klassische Betrachtung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) in der Minen-Branche. Doch traditionell sind die Werte hier immer extrem hoch.

Derzeit bringen es beispielsweise die großen Minen-Aktien aus dem Goldbereich auf ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 35.

Wenn bei der Analyse nur diese Zahl allein zu Grunde gelegt würde, wäre das ein klares Signal für eine Überbewertung.

Doch diese Überbewertung löst sich auf, wenn wir bei der Betrachtung der Bilanzen den Cashflow in den Fokus rücken.

KGV bei Minen-Aktien traditionell hoch – doch das ist kein Problem

Hier können Sie schnell erkennen, wo die Minenwerte ihre Stärken haben: Bei einigen großen Minen ist eine besonders positive Entwicklung zu sehen.

Ein besonders deutliches Beispiel hierfür ist Goldcorp:

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Goldcorp gerade einmal 0,92 Dollar pro Aktie an Cashflow generiert.

Für 2017 erwarten nun die Analysten im Durchschnitt einen Anstieg auf 1,50 Dollar und für 2008 einen weiteren Anstieg auf 1,65 Dollar pro Aktie.

Damit sinkt dann Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) auf nur noch 10,2 im laufenden Geschäftsjahr und liegt damit deutlich unter dem Branchen-Durchschnitt von 12,6.

Bei den kleineren Goldminen sieht es bei der Bewertung ganz anders aus: Hier wird es von 2017 auf 2018 einen deutlichen Bewertungs-Abschlag geben.

Das legen die Prognosen nahe, denn das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis der Branche wird von jetzt 31 auf dann nur noch rund 18 sinken.

Deutlich attraktiver ist auch das Cashflow-Verhältnis:

Hier hebt sich beispielsweise der südafrikanische Produzent Sibanye Gold ab. Für das laufende Geschäftsjahr wird Sibanye Gold einen Zuwachs von 33 % wohl schaffen.

Dabei sinkt dann das Kurs-Cashflow-Verhältnis auf nur noch 5,6, und dieser Wert liegt deutlich unter dem Branchen-Durchschnitt der mittleren Goldproduzenten von 9,7.

Fazit

An dieser kleinen Auflistung der verschiedenen Kennziffern erkennen sie sehr schnell: Es lohnt sich manchmal genauer hinzuschauen bei den Minenwerten.

Insbesondere reicht es eben nicht aus, nur eine so eindimensionale Kennziffer wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis heranzuziehen.

20. April 2017

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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