Minenbilanzen: Nicht alle können überzeugen

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Trotz der guten Marktstimmung bei den Edelmetallen haben nicht alle Firmen davon profitieren können. Fresnillo und Glencore gehören in diese Kategorie. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Die Marktbedingungen für Minenunternehmen waren in den vergangenen drei Monaten positiv – das gilt sowohl für den Gold- als auch den Silberbereich. Aber wie Sie sich denken können, haben nicht alle Firmen davon profitieren können.

In der Bilanzsaison sind bislang auch schon einige Enttäuschungen aufgetaucht. So hat mit Fresnillo einer der größten Silberproduzenten der Welt einmal mehr eine enttäuschende Bilanz vorgelegt. Hier kam die Enttäuschung vor allem durch die weiter gesunkene Produktionsmenge. Das lag an den niedriger als erwartet ausgefallenen Metallgehalten in den Minen.

Und hier sehen Sie einmal, dass selbst große Produzenten nicht vor solchen negativen Überraschungen geschützt sind. So ging es bei der Silberproduktion um rund 14% und bei der Goldproduktion um knapp 7% nach unten. Solche Meldungen kommen bei den Investoren nicht gut an – denn wenn die Preise hoch sind, sollte im besten Fall auch eine sehr hohe Produktion erreicht werden.

Fresnillo ist einer der größten Silberproduzenten der Welt. Und das sich der Durchschnittspreis im 3. Quartal 2019 um knapp 7% gesteigert hat, sollte sich so etwas auch in der Bilanz niederschlagen. Doch genau das ist bislang nicht passiert. Die Ertragszahlen zum3. Quartal fehlen zwar noch, doch die Aktie hat ein sehr schwaches Jahr hinter sich: Während der Silberpreis in den vergangenen 12 Monaten um 23% angestiegen ist, brach die Fresnillo Aktie im gleichen Zeitraum um fast 21% ein.

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Gewinnhebel bei Minenaktien wirkt nicht immer

Damit sehen Sie auch: Der von mir schon regelmäßig beschriebene Gewinnhebel bei Minenaktien wirkt auch nur dann, wenn die Entwicklung bei den Minen auch wirklich gut ist.

Der Rohstoffproduzent Glencore hat auch einen Produktionsrückgang im Kupfersegment gemeldet. Daraufhin hat der Konzern die eigene Jahresprognose abgesenkt. Zudem plant das Unternehmen einige Geschäftsbereiche in der Demokratischen Republik Kongo zu schließen. Auch hier sehen Sie einen wichtigen Aspekt der Rohstoffbranche: Hohe Preise allein reichen nicht aus für den wirtschaftlichen Erfolg. Wenn politische Probleme in einem Land nicht mehr zu kalkulieren sind, dann ist ein kompletter oder teilweiser Rückzug oft die passende Antwort darauf.

Diese beiden Firmen zeigen Ihnen deutlich: Es ist nicht alles Gold was glänzt in diesem Sektor (dieses Wortspiel musste jetzt einfach sein). Vielmehr müssen Sie auch in positiven Marktphasen genau auf die aktuelle Ertragskraft schauen.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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