Minenkonzerne: Freeport McMoran enttäuscht die Investoren einmal mehr

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In dieser Woche ist bei den Minenwerten viel los: Die Bilanzen stehen an. Freeport McMoran hat schon Zahlen präsentiert – und die Investoren einmal mehr enttäuscht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wie schon vor wenigen Tagen angekündigt, geht es jetzt auch bei den Rohstoffaktien mit der Berichtssaison richtig los. Dabei hat mit Freeport McMoran einer der großen Rohstoffkonzerne dieser Welt die Investoren erst einmal enttäuscht.

Durch eine Neubewertung der Öl und Gas Geschäfte hat Freeport McMoran einen einmaligen Verlust von 3,7 Mrd. Dollar realisieren müssen. Doch selbst ohne diesen Einmal-Effekt erreicht der Verlust 0,15 Dollar pro Aktie. Das ist deutlich mehr als die Analysten im Vorfeld mit 0,09 Dollar pro Aktie erwartet hatten.

Freeport McMoran hat im dritten Quartal unter massiven Problemen bei den Umsätzen gelitten. Das Unternehmen ist massiv im Kupfermarkt bei Gold und auch bei Öl aktiv. Im dritten Quartal sanken die Preise dieser drei Rohstoffkategorien massiv ab. Im Ergebnis rauschte der Umsatz von Freeport McMoran um 35 % auf nur noch 3,68 Mrd. Dollar. Auch hier hatten die Analysten immerhin 4,05 Mrd. Dollar erwartet.

Als erste Reaktion auf die Zahlen ging es an der Börse nach oben. Wie kann so etwas sein, bei einer so verheerenden Bilanz? Es sieht jetzt so aus, dass die Erwartung vorherrscht: Wir haben jetzt die schlimmsten Nachrichten beim Unternehmen gehört. Tatsächlich hat Freeport McMoran das ohnehin schwache Quartal genutzt, diese Neubewertung im Energiebereich vorzunehmen.

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Freeport McMoran plant Minenschließungen

Das Unternehmen plant nun massive Kostensenkungen bei Minen beispielsweise im US-Bundesstaat Arizona, denn der Kupferpreis rangiert weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau. Das Management hält es sogar für möglich, eine große Mine in Arizona komplett zu schließen.

Solche Meldungen hören sich zunächst einmal verheerend an – aber diese Meldungen haben auch einen zweite Seite: Wenn nun tatsächlich große Produzenten wie eben Freeport McMoran dazu übergehen eigene Minen zu schließen, wird der Einfluss auf die Angebotslage nicht lange auf sich warten lassen.

Weniger Angebot auf dem Weltmarkt kann dann schon bald zu einer Verknappung führen. Und was glauben Sie wohl, was die Preise in solchen Phasen dann machen? Sie werden steigen. Daran sehen Sie schon, dass die Rohstoff-Konzerne mit möglichen Schließungen schon strategisch vorgehen.

Der Rohstoffhändler und Minenbetreiber Glencore ist hier schon den Schritt weiter gegangen und wird einige Minen vorläufig schließen. Ich bin wirklich gespannt, ob diesem Beispiel Freeport McMoran schon bald folgen wird.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.