Minenwerte: Ein Sektor tritt auf der Stelle

Die geringen Schwankungen beim Goldpreis sorgen auch für geringe Schwankungen bei den Minenwerten. Aber das wird nicht mehr lange so bleiben. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Eine wichtige Charaktereigenschaft für Sie als Rohstoff-Anleger sind gute Nerven. Das liegt einfach in der Natur dieser ganz speziellen Anlageklasse. Traditionell schwanken die Rohstoffaktien deutlich stärker als die breiten Aktienindizes. Aber seit einigen Monaten ist es anders: Da notieren die großen Indizes mit den Minenwerten wie der HUI in ganz engen Handelsspannen.

Auch bei den großen Minen sieht es ganz ähnlich aus. Ob Barrick Gold oder Goldcorp – diese Aktie treten aktuell auf der Stelle. Das hört sich zunächst einmal nicht wirklich attraktiv an. Aber ich kann Ihnen sagen: Damit haben die großen Minenwerte die lange Schwächephase der Krisenjahre 2011 bis 2015 klar hinter sich gelassen.

2016 war aber dann auch ein Ausnahmejahr. Damals kletterten selbst die Aktien der großen Minen in wenigen Monaten um 100% und mehr. Aber seit einigen Monaten sind nur noch kleine Schritte möglich. Der Grund dafür ist einfach: Der Goldpreis bewegt sich auch nicht mehr so stark wie noch in der Vergangenheit.

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Es droht ein deutlicher Rückgang bei der Goldproduktion

Gold ist eben für viele Investoren eine Form der Absicherung. Eigentlich wäre genau diese Funktion derzeit besonders gefragt – denn rund um den Globus nehmen die Krisenherde immer weiter zu. Doch das greift aktuell nicht mehr, um den Goldpreis wirklich anzutreiben. Die niedrigen Schwankungen beim Goldpreis und auch bei den maßgeblichen Minenwerten werden jedoch meiner Einschätzung nach nicht mehr sehr lange andauern.

Hier kommt ein Effekt zum Tragen, den viele Investoren noch gar nicht auf dem Schirm haben. Mir geht es um eine kommende Verknappung des Angebots beim Gold. So ist zuletzt die Minenproduktion beim Gold schon gesunken. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren immer weiter fortsetzen. Es fehlen einfach die neuen und vor allem großen Vorkommen beim Gold. Doch nur mit vielen neuen Minen ist der Goldhunger der Welt mittelfristig überhaupt noch zu decken.

Und wenn sich der Effekt der sinkenden globalen Produktion deutlicher zeigen wird, dann wird auch der Goldpreis wieder deutlich anziehen. Ich bin mir sicher: Dieser Zeitpunkt ist nicht mehr weit entfernt. Schon heute ist auch der durchschnittliche Goldgehalt vieler Minen immer weiter abgesunken.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.