Minenwerte sind spottbillig – das bietet Ihnen Chancen

Kaum eine Branche ist aktuell so aus der Mode wie die Minenwerte. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich das ändern wird. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Rohstoffe sind ein spannendes Thema. Das erlebe ich regelmäßig bei den Treffen mit meinem Kollegen Oliver Gross. Die Leidenschaft mit der er über dieses Thema spricht ist immer wieder erfrischend. Gestern saßen wir wieder in Köln zusammen und sprachen aber auch über die aktuelle Marktlage.

Eine Zahl macht mich dabei wieder stutzig. So erklärte mir Oliver Gross, dass der aktuelle Börsenwert aller Minengesellschaften noch bei rund 500 Mrd. Dollar liegt. Dieser Wert entspricht nur noch drei Viertel der Marktkapitalisierung von Apple.

Um Ihnen das noch einmal vor Augen zu führen: Ich rede hier nicht von kleinen aufstrebenden Minenwerten, die vielleicht irgendwann in der Zukunft ein Vorkommen abbauen werden. Ich rede hier von den Topwerten der Minenbranche weltweit. Dabei geht es nicht um die zehn größten Werte, die zusammengenommen vielleicht einen Börsenwert wie Apple aufweisen. Es geht schlicht und einfach um alle Börsen notierten Minenwerte.

Und dann wies mich Oliver Gross noch auf ein aktuelles Dilemma vieler Minenwerte hin. Diese Unternehmen haben handfeste Vorkommen. Sie fördern Gold.“ Doch was bekommen diese Unternehmen dafür?“, fragt mich Oliver. „Bedrucktes Papier“, lautet meine Antwort.

Dies ist tatsächlich ein großes Dilemma für die Minenwerte. Bei fortschreitenden Wirtschaftskrisen in der Welt ist auch eine deutliche Krise der Währungssysteme in den nächsten Jahren zu erwarten. Oliver Gross ist zudem überzeugt, dass die aktuelle Hochstimmung nicht ewig andauern wird.

Der breit angelegte Optimismus vieler Experten macht ihn eher skeptisch. Eine Anlageklasse ist derzeit extrem unterbewertet. Wie Sie sich denken können sind das die Minenwerte. Hier hat Oliver Gross beeindruckende zusammengestellt.

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Minenindizes so niedrig bewertet wie seit 12 Jahren nicht mehr

Auch die präsentierte er mir gestern wieder. So haben die großen Minenindizes wie der Amex Gold Bugs Index (kurz HUI) zuletzt den Abwärtstrend fortgesetzt. Parallel zum Rückgang beim Goldpreis fielen eben auch die Kurse der Minenwerte weiter ab.

„Mittlerweile steht der HUI-Index auf dem niedrigsten Niveau seit zwölf Jahren. Doch damals erlebten wir eine komplett andere Zeit beim Gold. Die Unze kostete weniger als 400 Dollar“, erklärte mir Oliver Gross.

Doch wie stark die Unterbewertung bei Minen derzeit ist, verdeutlicht die HUI:Gold Ratio. Diese Verhältnis-Ziffer zeigt Ihnen den Verlauf der Goldminen (anhand des HUIs) zum Goldpreis auf. Das heißt im Detail: Fällt diese Zahl, entwickeln sich Goldminen schlechter als der Goldpreis. Das HUI:Gold Ratio brach letzte Woche auf weniger als 0,125 ein – das war der tiefste Stand während der letzten 12 Monate.

Doch die Analyse von Oliver Gross geht noch weiter: „In den vergangenen 75 Jahren gab es vielleicht zwei Phasen, in der Goldminen so schlecht dastanden wie heute. Die Bewertungen, das Sentiment und das generelle Interesse sind grotesk. Vor allem die extrem schlechte Stimmung ist de facto eines der besten Kontra-Indikatoren, die es gibt – und dies hat sich schon oft bewährt.“

Das macht auf jeden Fall Hoffnung für die Zukunft – auch wenn noch nicht klar ist, wann diese positive Zukunft bei den Rohstoffen beginnt.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.