Mini-Crash in wenigen Minuten: Startet jetzt die Abwärtsbewegung?

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Ist es jetzt soweit? Die viel herbeibeschworene Talfahrt kommt so langsam in Gang. Heute ging es nach schlechten ISM-Werten sogar ganz schnell. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Ein extrem negativer Einkaufsmanagerindex in den USA hat heute um 16 Uhr die Kurse auf Talfahrt geschickt. Heute früh um 9 Uhr stand der DAX noch bei fast 12.500 Punkten. In den Minuten nach 16 Uhr ging es herunter von 12.400 auf unter 12.330 Punkte.

So dramatisch war der ISM

Der Einkaufsmanagerindex war bereits Anfang September negativ. Mit einem Wert von 49,1 lag er unter der wichtigen 50er Marke und das bedeutet Schrumpfung. Heute war die Vorhersage 50,1 und die Zahlen haben so richtig enttäuscht: 47,8 Punkte. So schlecht wie seit langer Zeit nicht.

Das drückt natürlich auch die Kurse nach unten. Natürlich deshalb, weil die FED eindeutig signalisiert hat, dass sie nicht locker mit Geld um sich werfen wird. Sonst wäre das heute wieder ein Grund zum Jubeln gewesen. Schlechte Werte aus der Wirtschaft bringen die FED dazu, die Zinsen zu senken. Doch daran glauben wohl aktuell wenige.

Die US-Indizes sind mitten in einer Topbildung. Der DAX hat die vergangene Tage noch besser abgeschnitten. Geht jetzt alles nach unten?

Chartanalyse für den DAX

Wir sind zum dritten Mal an der 12.500er Marke gescheitert. Jetzt kann es nach unten rutschen. Nicht nur wegen dem ISM aus den USA.

Nachdem ich die letzten Wochen bereits mit Hilfe des ATRs eine Strecke nach unten angekündigt hatte, habe ich Ihnen den Indikator auch noch einmal eingebaut. Wie üblich war das Tief im Average True Range Index vor einigen Tagen, danach ging es noch einmal etwas hoch. Jetzt könnte laut der Theorie die Abwärtsbewegung starten. Bis 12.300 Punkte wäre das Minimum. Bis 12.850/12.750 Punkte wäre die Kür. Sollte der DAX selbst darunter fallen, wird er wohl zuerst auf 12.400 zielen.

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Gold stürzt ab

Das liegt offenbar an den Chinesen. Dort wird jetzt eine Woche lang gefeiert und niemand kauft Gold. In der Regel fällt während diesen Feiertagen der Goldpreis. Das ist gleichzeitig eine Chance!

Denn nächste Woche kann es schon wieder hoch gehen. Es würde mich nicht wundern, wenn wir davor noch die 1.450 US-Dollar erreichen. Vielleicht geht es auch noch weiter nach unten. Ab nächster Woche sollten dann wieder Impulse nach oben kommen. Einfach aufgrund der Chinesen, die dann wieder kaufen können nach den Feiertagen.

Der Aufwärtstrend ist allerdings definitiv gebrochen. Dass Gold hier nächste Woche wieder so weit nach oben springt, um den Trend fortzusetzen, glaube ich derzeit nicht. Wir haben auch eine ordentliche Strecke in diesem Jahr bereits bewältigt.

Im Januar startete Gold bei unter 1.300 US-Dollar. Anfang September standen wir bei 1.550 US-Dollar. Das gab es lange nicht beim Goldpreis. Insofern ist vielleicht die Luft heraus für dieses Jahr.

Was sagt die Saisonalität beim Gold?

In den vergangen 10 Jahren hat der Goldpreis ab Oktober bis Ende des Jahr im Durchschnitt knapp 1 Prozent verloren. Auf Sicht der letzten 20 Jahre konnte der Goldpreis allerdings im Durchschnitt fast 2 Prozent zulegen. Macht unter dem Strich: In den letzten Jahren ist das vierte Quartal für Gold negativer als früher.

Warten wir einfach die nächste Woche noch ab, was China mit dem Gold macht. Danach haben wir eher ein Gefühl dafür, wohin der Kurs laufen kann.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.